DUSK TO DAWN – Veröffentlichung 11/2021

Die wahre vox humana in Gestalt einer glockenreinen Sopranstimme, dazu die künstliche Nachahmerin derselben im harmonischen Zusammenklang mit all den Pfeifenwerken, der die Königin der Instrumente ihre Hoheit verdankt; komplexe Linien und Akkorde, zu Flächen gewirkt, worüber einfacher, liedhafter Gesang sich in Girlanden erhebt, um von ewigen Geheimnissen zu künden: So stellt sich die neue Produktion dar, mit der Carine Tinney und Martin Gregorius ihr PASCHENrecords-Debüt geben.

Komponisten aus den USA, England, Schottland, Frankreich und Deutschland begegnen sich in ihrem Streben, die verklärende Macht der Musik einzufangen, und manch einer überrascht dabei durch eine ungeahnte Intimität – als ob sich durch die Einfachheit der Mittel jeder geistige Ballast verloren hätte. Selbst Max Reger, der oft so schwierige, löst sich in zarter Poesie …

Die schottisch-maltesische Sopranistin Carine Tinney studierte Gesang in Edinburgh und Detmold. Als Solistin konzertierte sie in Europa, den USA und Asien mit Dirigenten wie Helmuth Rilling, Emmanuelle Haim und Jonathan Cohen. Der Konzertorganist und Kirchenmusiker Martin Gregorius schloss seine Studien an den Musikhochschulen in Danzig und Detmold sowie an den Konservatorien in Paris und Lyon mit Auszeichnung ab. Er ist Preisträger zahlreicher Orgelwettbewerbe in Österreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und Polen. Gemeinsam widmen sich die beiden Musiker der Literatur für Sopran und Orgel, um insbesondere durch die Erkundung und Fortentwicklung dieses Repertoires eine eigene musikalische Sprache zu kultivieren.

Weitere Informationen
carinetinney.com
martingregorius.com

Ausführliche Biographien

Carine Tinney, Sopran

Die schottisch-maltesische Sopranistin Carine Maree Tinney erhielt zunächst Geigen- und Klavierunterricht an der Douglas Academy in Milngavie, bevor sie mit 17 Jahren ihr Gesangstudium bei Andrew Doig und Paul Keohone an der Edinburgh Napier University aufnahm, wo sie mit dem Harold Gray Prize for Solo Singing ausgezeichnet wurde. Nachdem sie bei Gerhild Romberger und Manuel Lange an der Hochschule für Musik Detmold ihren Master im Fach Liedgestaltung erworben hatte, absolvierte sie an demselben Institut ein zweites Masterstudium im Fach Operngesang, in dessen Verlauf sie die Titelrolle in Massenets Cendrillon und am Landestheater Detmold die Partie der Pamina sang.

2014 war sie Preisträgerin beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart. Sie wurde beim Festival Bachcelona mit dem BECA-Bach-Stipendium und damit verbundenen Auftritten im »Palau de la Música Catalana« in Barcelona ausgezeichnet.

Carine Tinney debütierte 2018 bei den Händel Festspielen in Halle mit der Camerata Bern unter der Leitung von Attilio Cremonesi. Im selben Jahr wirkte sie im Brüsseler Théâtre Royal de La Monnaie bei der Uraufführung der Oper Are these waves der schottischen Komponistin Jane Dickson mit. 2019 debütierte sie an der Opera de Lille in einer Inszenierung von Purcells The Indian Queen unter der Leitung von Emmanuelle Haim.

Im Konzertbereich hat die junge Sängerin bereits viele internationale Auftritte zu verzeichnen. Unter anderem sang sie in Schottland, Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien, China, Japan und den USA, wobei sie mit angesehenen Dirigenten wie Jonathan Cohen, Emmanuelle Haim, Hans-Christoph Rademann, Helmuth Rilling und Jeannette Sorrell zusammenarbeitete. Zu den bisherigen Höhepunkten auf dem diesem Gebiet zählen die zweite Symphonie von Gustav Mahler in der Berliner Philharmonie, die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Centennial Hall in Rock Island (USA), Georg Friedrich Händels Messiah mit dem Saint Paul Chamber Orchestra (USA) und die Messe c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart in der Dresdner Kreuzkirche. 2020 trat sie für die Fernsehsendung »Arte Concert« mit dem renommierten Ensemble für Alte Musik »Sollazzo« auf.

In der Konzertsaison 2020/21 ist Carine Tinney Artist in Residence beim Kärntner Musikfestival »Trigonale – Festival der alten Musik«.

Martin Gregorius, Orgel

Der Konzertorganist und Kirchenmusiker Martin Gregorius wurde 1991 in Polen geboren. Als Fünfjähriger entdeckte er in seiner Heimatstadt Danzig die monumentale Orgel im Dom zu Oliva. Fasziniert von diesem Instrument, begann er seine musikalische Reise und studierte Orgel, Improvisation, Kirchenmusik, Musiktheorie und Komposition an international anerkannten Lehrinstitutionen: An den Hochschulen für Musik in Danzig und Detmold sowie den Pariser und Lyoner Konservatorien. Durch seine Studien unter anderem bei Michel Bouvard, Hanna Dys, François Espinasse, Olivier Latry, Tomasz Adam Nowak und Roman Perucki hatte er die Möglichkeit, unterschiedliche Musiktraditionen tiefgehend zu erforschen. Seinen Schwerpunkt legte er dabei immer auf Orgelimprovisation. Diese Kunst lernte er bei französischen Meistern der Orgelimprovisation: Pierre Pincemaille, Thierry Escaich und Philippe Lefebvre, wobei er seinen persönlichen Stil entwickelte. 2017 promovierte er an der Hochschule für Musik in Posen und schrieb seine Dissertation über »Orgelimprovisation in der Tradition der französischen Orgelschule«.

Gregorius erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen bei internationalen Orgelwettbewerben in Deutschland, Italien, Luxemburg, Österreich und Polen. Im Jahr 2016 gewann er zwei renommierte Orgelimprovisationswettbewerbe: Westfalen Impro 6 in Münster/Billerbeck sowie den Orgelimprovisationswettbewerb im österreichischen Aigen-Schlägl. Außerdem erhielt er verschiedene Kulturpreise und Stipendien, darunter solche des polnischen Staatspräsidenten, des polnischen Ministerpräsidenten und der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seine regelmäßigen Auftritte bei europäischen, asiatischen und US-amerikanischen Orgelfestivals führten den Künstler bislang in die Kathedralen von Erfurt, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Paderborn, in die Boardwalk Hall von Atlantic City und in die Baltische Philharmonie Danzig.

In der Konzertsaison 2017/2018 wirkte Martin Gregorius als »Organist in Residence« der Sapporo Concert Hall »Kitara«. Während dieses Aufenthaltes spielte er in den angesehensten Konzertsälen Japans: dem Art Tower Mito sowie in der Sumida Triphony Hall und der Suntory Hall in Tokio. Er musizierte mit Dirigenten und Solisten wie Matthias Bamert, Simon Gaudenz, Rainer Küchl, Max Pommer, Shuntaro Sato und Kanade Yokoyama und Orchestern vom Range des Sapporo Symphony Orchestra und der Nordwestdeutschen Philharmonie. In Sapporo entstand seine erste CD »Stained Glass Dances«.

2018-2021 war Martin Gregorius als Kirchenmusiker der herausgehobenen Leuchtturmstelle im Erzbistum Paderborn und als Kantor an der St.-Pankratius-Kirche in Gütersloh tätig. Seit 2020 lehrt er als Dozent für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg. Im November 2021 wurde er zum Kirchenmusiker an der Basilika St. Jakob zu Straubing berufen.