Vor genau zehn Jahren gründete Gabriele Leporatti das Label Etera Classics: Als Etera bezeichneten die Etrusker, die einst im nördlichen Mittelitalien ihre Blüte erlebten, einen »Diener«, und als ein solcher legt Leporatti seinen Katalog an – als eine Mischung aus bekanntem Repertoire und wertvollen Raritäten, die, durch gemeinsame Fäden oder Ideen miteinander verbunden, einander wechselseitig beleuchten und erhellen. Wie weiland für Vincent van Gogh, der seine Gemälde träumte, um hernach seinen Traum zu malen, so steht auch dem einstigen Schüler von Maria Tipo und Fabio Bidini am Anfang stets eine Vision: Das Debütalbum mit Schumann und Respighi, die wohlerwogene Auswahl an Scarlatti-Sonaten und der eigenwillige Besuch der musikalischen Weltstadt Wien, sie fußten allesamt auf einem interpretatorischen »Urknall«, der sich in idiosynkratischen Werkfolgen und -deutungen niederschlug.
