Refuge

»Sei solo« schrieb Johann Sebastian Bach auf seine sechs Sonaten und Partiten »à violino senza basso accompagnato«. »Sei sola« (»du bist allein«) galt auch für die junge Geigerin Liv Migdal , als sie im Oktober des vergangenen Jahres ihr neues Album  im Kammermusiksaal des Kölner Deutschlandfunks einspielte.

Liv Migdal hat sich drei überragenden Werken der Sololiteratur gewidmet, um mit der Stimme ihres Instruments »das Äußerste an Innerem zu sagen« und auf diese Weise ein Beziehungsnetz zu schaffen, das unter dem Titel Refuge von all den Fluchtpunkten und Zufluchtsorten spricht, die sich dem Suchenden immer erst auftun, wenn alle äußere Hoffnung verloren scheint.

Deutlich spürbar ist in diesem Album die Gegenwart einer unsichtbaren Persönlichkeit:  Ohne die Initiative von Lord Yehudi Menuhin hätte das vorliegende Programm nie zusammengefügt werden können. Er war es, der mit der C-dur-Sonate des einsamen Weimarer Kapellmeisters Bach den einsamen Exilanten Belá Bartók zu seiner Solosonate inspirierte, bevor er in Tel Aviv mit der Interpretation eben dieses kosmischen Werkes den Komponisten Paul Ben-Haim, der 1933 als Paul Frankenburger dem Größenwahn der selbsternannten »Herrenrasse« hatte entkommen können, zu einem weiteren musikalischen »Refugium« anregte, dessen Qualität den Vergleich mit den beiden »Klassikern« nicht scheuen muss.

Wir freuen uns, Ihnen hiermit Liv Migdals außergewöhnliches Album Refuge  aus dem Hause Genuin zur Rezension vorstellen zu können. Ein intensives Hörerlebnis unter Hochspannung.

Weitere Informationen: www.livmigdal.de

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