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Ein Querdenker wird 70:
Pro Classics gratuliert
Helmut König

Helmut König

Biographie



Derzeit kann sich nicht jeder Helmut an seinem Lebenswerk erfreuen. So manche Lobeshymne klingt merkwürdig hohl und fahl, ist zum bloßen Gesellschaftsspiel verkommen ...

Helmut König wiederum würde protestieren, wenn man den kolossalen Katalog, den er im Laufe von nunmehr 35 Jahren aufgebaut, erweitert und aufrechterhalten hat, als ein abgeschlossenes Lebenswerk bezeichnen und ihn selbst, den Initiator und Spiritus rector des Labels THOROFON, aufs Altenteil abschieben wollte.

Gerade in den letzten Jahren hat der Unruhestifter aus Wedemark mit seiner Aufsässigkeit einen erheblichen Anteil daran gehabt, daß die sogenannten Independent Labels, die von der großen Industrie so lange belächelt und in die Ecke der Traumtänzer verbannt waren - daß diese risikobereiteste Gruppe unter allen tontragenden Produzenten endlich das gebührende Gehör gefunden hat.

1997 wählten die außerordentlichen Mitglieder in der deutschen Landesgruppe der IFPI (International Federation of Phonographic Industries) Helmut König zu ihrem Sprecher. Und auch die Gründung von CLASS, der Association of Classical Independents in Germany, geht nicht zuletzt auf das Konto des Querdenkers, der es verstanden hat, versprengte Initiativen so gründlich zu bündeln, daß man sich inzwischen sogar an "heiligsten Stätten" wie der MIDEM von Cannes mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit gemeinsam präsentiert.

Es muß wohl etwas von der sprichwörtlichen Charaktereigenschaft des Norddeutschen nötig sein, um so gegen den Strom zu schwimmen, wie es der am 15. April 1930 in Bremen geborene Helmut König getan hat. Die Schulzeit unterbrochen vom Krieg und dem Dienst im sogenannten "Volkssturm", danach das Studium mit dem Ziel des Lehramtes an Höheren Schulen, zugleich aber auch die erste Tätigkeit als Verlagsassistent, Gründung und Leitung des Studentenchors Singkreis Göttingen, erstes Staatsexamen, ein fünfjähriger Aufenthalt in Indien als Universitätslektor (entsandt vom DAAD), zweites Staatsexamen - so mancher Kollege hätte an dieser Stelle seinen weiteren Berufsaussichten die Note "genügend" gegeben und sich auf die Rente vorbereitet.

Doch für Helmut König gab es immer den künstlerischen Impuls, der sich von Anfang an in der Sammlung und Herausgabe von Liederbüchern der Bündischen Jugend (Der Turm und Der Regenpfeifer), aber auch in der Auseinandersetzung mit der aktuellen
Chanson-Landschaft der sechziger Jahre (Chansons 67) und der Komposition eigener Lieder artikulierte.

Mit der Gründung des Labels THOROFON entstand damals ein Forum, das von Anfang an auf musikalische Raritäten setzte. Zu einer Zeit, da die neudeutsch als "Majors" bezeichneten Firmen noch mit der 57. Gesamtaufnahme der Beethoven-Symphonien und der 243. Version der Vier Jahreszeiten pokerten, wurden diese Aktivitäten noch belächelt. Heute erweist sich das sogenannte Nischenrepertoire als einer der zukunftsträchtigsten Bereiche der Klassik schlechthin, und die Aufnahmen mit historischen Instrumenten, wie sie seit Anfang der siebziger Jahre bei THOROFON erhältlich waren, gehören ganz selbstverständlich zum guten Ton des Musiklebens.

Langjährige Sammler und Jäger werden sich gern an die Musik des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen erinnern, der bis zur THOROFON-Erstaufnahme kaum mehr als eine geschichtliche Figur gewesen war; die Porträts der Berliner Komponisten Dietrich Erdmann, Reinhard Schwarz-Schilling, Hanning Schröder; die Violinsonaten des amerikanischen Sonderlings Charles Ives; zahlreiche Katalogpremieren des Göbel-Trios, das unter anderem die Tripelkonzerte von Paul Juon und Alexander Tscherepnin herausbrachte. Die Weltersteinspielung des Ozeanflugs (oder Lindberghflugs) von Kurt Weill und Bertolt Brecht; das Engagement für die "unerhörte" Kirchenmusik des Bach-Zeitgenossen Jan Dismas Zelenka; dazu die sicherlich riskante Produktion Neuer Werke von Herbert Baumann bis Isang Yun - all das spricht für einen Geist, der Unruhe als die erste künstlerische Bürgerpflicht ansah und ansieht und letztlich Recht behalten sollte, wie die rund zwei Dutzend nationaler und internationaler Auszeichnungen beweisen, die THOROFON im Laufe der Jahre hat entgegennehmen können.

Vieles von dem, was vor zehn oder zwanzig Jahren noch Pionierarbeit war, ist inzwischen etablierter Bestandteil von Katalogen, die mit einem wesentlich höheren finanziellen Einsatz und mit "Weltstars" zusammengestellt wurden. Den Impuls aber der ersten Stunde, der Wagemut aber eines quasi nebenbei entworfenen und realisierten Konzepts haben diese vermeintlichen Konkurrenten trotz all ihrer Unken-Chöre nie erreichen können. Mit diesem unverbrauchten Impuls entsteht seit fünf Jahren beispielsweise ein neues Großprojekt - die erste Gesamtaufnahme der Klaviermusik von Max Reger mit dem phänomenalen deutschen Pianisten Markus Becker.

Wie schon eingangs bemerkt, kann sich nicht jeder Helmut seines Ehrentages freuen. Helmut König aber kann es. Mit seinem jahrzehntelangen Einsatz hat er tatsächlich Weichen gestellt, und er wird es auch weiterhin tun, dessen sind wir uns sicher.



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Biographie
Helmut König

A Ausbildung und Beruf

1.
Helmut Gerd König, geboren am 15. 4. 1930 in Bremen Vater Albert Heinrich König, Handlungsgehilfe Mutter Charlotte König, geb. Klein, Hausfrau

2.
1936 Einschulung, ab 1949 Gymnasium (genannt Lettow-Vorbeck-Schule bis 1945, ab 1946 Gymnasium an der Hermann-Böse-Straße) Abitur 1949

3.
Unterbrechung der Schulzeit durch Dienst im sog. "Deutschen Volkssturm" ab Mitte März bis 2. Mai 1945. Kampfeinsätze vor Bremen und bei Worpswede.

4.
1949 bis 1950 Bauhilfsarbeiter in Hamburg und Bremen

5.
Studium der Germanistik und Geschichte (Studienziel: Lehramt an Höheren Schulen) von 1950 bis 1952 in Kiel, 1952 bis 1955 in Göttingen

6.
Tätigkeit im Voggenreiter Verlag, Bad Godesberg als Verlags-Assistent, zugleich Studium an der Universität Bonn

7.
1957 Fortsetzung des Studiums in Göttingen (Wolfgang Kayser, Karl-Otto Conrady, Karl Bertau, Alfred Heuss, Percy Ernst Schramm). Nebenstudien in Philosophie und Pädagogik sowie in Musik und Chorleitung bei Universitäts-Musikdirektor Hermann Fuchs.

7a.
Gründung und Leitung eines Studentenchors "Singkreis Göttingen"; diverse öffentliche Konzerte.

8.
Staatsexamen für das Höhere Lehramt, Wissenschaftliche Prüfung 1960 bei den Professoren Conrady (Deutsch) sowie Alfred Heuss und Percy Ernst Schramm (Geschichte)

9.
Mai 1960 bis März 1961 Dozent an der Heimvolkshochschule Jagdschloß Göhrde

10.
April 1961 bis September 1965 Lektor, entsandt vom DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) an der Universität Calcutta (Indien), besonders am Sanskrit College, sowie am Bengal Engineering Institute im Rahmen allgemeiner Entwicklungshilfe.

11.
1964 Begründung einer "Deutschen Abteilung" am Sanskrit College.

12.
Unterbrechung der Lektorentätigkeit April bis August 1964 als "Resident Adminstrator" (quasi deutscher Bürgermeister für die entsandten Deutschen) in Rourkela (Orissa- Indien), dem damals größten deutschen Entwicklungsvorhaben. Dort zu dieser Zeit Ausbruch schwerster Unruhen zwischen Hindus und Moslems unter akuter Bedrohung der Familien der deutschen Arbeiter und Ingenieure im Stahlwerk. Erfolgreiche Bemühung, die deutschen Familien von der Abreise und dem Abbruch der Entwicklungs- arbeit abzuhalten.

13.
1966 bis 1968 Referendar am Studienseminar Göttingen. 2. Staatsexamen 1968

14.
Schuldienst an Gymnasien in Darmstadt und Groß-Gerau (Hessen) bis 1974 und Mellendorf (Niedersachsen) bis zur Pensionierung 1990


B Privat

15.
8. April 1961 Eheschließung mit Helga Agnes Marie Kusch. 2 Kinder.


C Veröffentlichungen von Liedern und Liedsammlungen

16.
1954 bis 1966 - Sammlung von Liedern der Jugendbewegung ("Bündische Jugend", "Wandervogel", "Freischar", "Jungenschaft") und Herausgabe des Liederbuches "DER TURM" in 11 Heften bzw. 2 Bänden (zusammen mit Konrad Schilling. Voggenreiter Verlag Bad Godesberg). Darin ca. 100 eigene Lieder von HK. Dieses Liederbuch ist bis heute Standard-Liederbuch der Bünde und Gruppen der freien Jugendbewegung; es ist heute, nach ca. 45 Jahren, immer noch im Markt. Damit reiht es sich ein in die Tradition von "Der Zupfgeigenhansl" (1913) und "Liederbuch St. Georg" (1930). Dieses Liederbuch wurde zu einer Grundlage für zahlreiche fremde Liederbücher von Jugendorganisatoren und Bünden. Das hier gebotene Material findet sich auch in vielen Schulliederbüchern wieder.

17.
1958 - Liedersammlung "Der Regenpfeifer" (mit Gerd Watkinson; Voggenreiter Verlag)

18.
1967 - Herausgeber der Sammlung "Chanson 67" (Voggenreiter Verlag), das wesentliche Stücke der inzwischen in Deutschland und weltweit entstehenden Chanson-Festivals (vornehmlich in Deutschland das "Festival Chanson Folklore" auf Burg Waldeck im Hunsrück 1964 bis 1969) zusammenzufassen versucht. Das Buch wird kein Erfolg, weil die Entwicklung der "68er-Generation" zu schnell voranschreitet, als daß sich ein Liederkanon fixieren ließe.

19.
1968 - Eine weitere Liedersammlung aus dem jugendbewegten Umfeld : "Der schräge Turm" (zusammen mit Konrad Schilling; Voggenreiter Verlag).

20.
Zwischen 1954 und 1970 entstehen mehr als 150 Lieder von HK (eigene Texte und Melodien, ebenso Übertragungen ausländischer Lieder; sämtlich im Voggenreiter Verlag), die sich z.T. weit verbreiten und sich heute in vielen Liederbüchern finden. HK versucht hier auch vor allem, Lieder aus fremden Kulturkreisen in die deutsche Liedkultur einzubürgern. Eines der Lieder von HK wurde inzwischen in das "Evangelische Gesangbuch" der deutschen Evangelischen Kirchen aufgenommen.


D. Sonstige Veröffentlichungen

21.
Monographie "Rote Sterne glühn - Lieder im Dienste der Sowjetisierung" (1958, 3. Auflage 1962; Voggenreiter Verlag Bad Godesberg). Eine Untersuchung, in welcher Weise Lieder und Musik in der SBZ / DDR instrumentalisiert werden, um die die Staatsideologie zu verbreiten und durchzusetzen; zugleich eine kritische Theorie des politischen Liedes im Sozialismus.

22.
diverse Fachaufsätze in Zeitschriften

23.
"Sprechstunden der deutschen Geschichte" (zusammen mit Dr.Rudat und R.Nitschke) eine Schallplattenedition von 6 Langspielplatten im Verlag m + p Dr.Rudat. Es werden wesentliche Tondokumente der deutschen Geschichte von 1904 bis 1954 zusammengetragen und in einem ausführlichen Bild- und Textband kommentiert. Die Edition erhält den "Großen Deutschen Schallplattenpreis".


E. Verlagstätigkeit

23.
1968 - Nach Aufnahmeleitungen für diverse Schallplattenaufnahmen für den Voggenreiter Verlag. Übernahme eines kleinen Schallplattenlabels unter Begründung einer eigenen Firma "THOROFON Schallplatten H.König KG" (Komplementärin Helga König, Kommanditisten Dr.Helmut Kleinsteuber, Wolfgang Härtelt, Wulf van Riesen und Helmut König) mit Sitz zunächst in Darmstadt, dann ab 1974 in Wedemark (Registergericht Burgwedel).

HK übernimmt die künstlerische Leitung der Schallplattenfirma und ist ihr "spiritus rector". Die Leitung der Firma und Geschäftsführung liegt bei Frau Helga König.

24.
a) Verlagsgedanke ist, dem besonders im Bereich der Schallplatte als einflußreichster Vermittlerin von Musik zu beobachtenden Trend der Verengung auf die großen Stars und ein schmales Repertoire entgegenzuwirken und damit zugleich jungen, noch unbekannten Künstlern ein Podium zu eröffnen, dabei die gesamte Breite der Musik und besonders die zu Unrecht vergessenen Werke zu pflegen und die zeitgenössische Musik zu fördern.

b) THOROFON ist eine Gründung von Freunden aus der Jugendbewegung (Deutsche Jungenschaft), die nach den Idealen ihrer Jugend ein gemeinsames Werk schaffen wollten und dabei von dem Gedanken ausgingen, daß lebendige Kultur nur dort entstehen, wo jeder einzelne auch unter Opfern über seine täglichen Pflichten hinaus selber schaffend tätig wird. So wurde der Verlag von vornherein als nicht gewinnorientiert konzipiert; Überschüsse wurden sofort wieder in neue Editionen gesteckt.

c) Helga König hat auf ihren Beruf als Lehrerin verzichtet, um den Verlag kaufmännisch zu leiten. Helmut König war bis zu seiner Pensionierung 1990 ausschließlich für die künstlerisch-musikalischen und editorischen Belange des Verlages zuständig. Beide haben bisher für ihre Tätigkeit keine finanzielle Entschädigung aus dem Verlagshaushalt erhalten.

d) Obwohl Helmut König seine Dienstpflichten als Studienrat ordentlich erfüllte, ergaben sich zuweilen Differenzen mit der Schulleitung bzw. Schulverwaltung. Ein Konflikt eskalierte, als es noch vor 1989 um eine wichtige internationale Zusammenarbeit mit dem berühmten polnischen Komponisten Penderecki ging. Hierzu waren zwei Tage Urlaub in der Woche nach den Zeugniskonferenzen und vor dem Schulferienbeginn nötig, die ordnungsgemäß erbeten wurden, wobei kein Unterricht ausgefallen wäre. Obwohl selbst dem Staatssekretär im Kultusministerium eine solche Urlaubserteilung ausdrücklich als selbstverständlich erschien, wurde der Urlaub von Schulleitung und Schulverwaltung verweigert. Für Helmut König gab es im Gesamtzusammenhang keine andere Wahl, als diese wichtige internationale und bedeutende Zusammenarbeit mit Penderecki durchzuführen und somit sich unter entsprechender offener Mitteilung und Begründung gegenüber der Behörde den Urlaub selbst zu erteilen. Dies mußte natürlich von der Behörde als ein Dienstvergehen angesehen und entsprechend geahndet werden.

25.
THOROFON förderte durch seine Editionen u.a. folgende Künstler:
Jenny Abel (Violine)
Ensemble Affetti Musicali (Ensemble für Alte Musik)
Markus Becker (Klavier)
Alsfelder Vokalensemble (Ltg. Wolfgang Helbich)
Robert Benz (Klavier)
Duo Bergerac (Gitarrenduo)
Christiane Edinger (Violine)
ensemble acht (Klassisches Oktett)
Ensemble Kontraste (Klarinetten-Ensemble)
Filharmonia Pomorska Bydgoszcz (Polen)
Göbel Trio Berlin (Klaviertrio)
Anna Haentjes (Chanson)
Hai & Topsy (Folklore)
Hannover Harmonists (Chanson)
Ulrich Herkenhoff (Panflöte)
Reiner Hochmuth (Violoncello)
Stefan Hussong (Klassisches Akkordeon)
Joachim Quartett Hannover
Kammerchor der Universität Dortmund
Knabenchor Hannover Ltg. Heinz Hennig
Kölner Violen-Consort (Heiner Spicker)
Detlef Kraus (Klavier)
Leipziger Universitätschor Ltg. Wolfgang Unger
Marburger Bachchor Ltg. Wolfram Wehnert
Norddeutscher Figuralchor Ltg. Jörg Straube
Orlando di Lasso Ensemble Hannover Ltg. Detlef Bratschke
Percussion Art Quartet Würzburg Ltg. Stefan Eblenkamp
Philharmonia Quartett Berlin
Polnische Kammerphilharmonie Ltg. Wojciech Rajsky
Peter Rohland (Folklore & Chanson)
Martin Rost , Frankfurt a.d. Oder (Orgel)
Armin Schoof, Lübeck (Orgel)
Singakademie Dresden Ulfert Smidt, Hannover (Orgel)
Thüringen Philharmonie Suhl
Thüringischer Akademischer Singkreis Ltg. Wolfgang Unger
Oliver Triendl (Klavier)
Trio Bamberg (Klaviertrio)
Trio Cantabile (Flötentrio)
Michael Tröster (Gitarre)
Gertrud Tröster-Weyhofen (Konzert-Mandoline)
Takao Ukigaya (Dirigent)
Hans-Jörg Wegner (Flöte)

26.-
THOROFON hat in Verfolg seines Verlagsprogramms (siehe oben) unter anderem folgende Editionen herausgebracht:

a 1 1968 Erste Schallplatten mit Alter Musik auf historischen Instrumenten (Berliner Ensemble für Alte Musik)

a 2 ab 1972 Alte Musik auf Gamben (Das Kölner Violen-Consort - Frescobaldi / Giovanni Paolo Cima Cipriano de Rore u.a. - Nominierung Deutscher Schallplattenpreis)

b 1971 Das hinterlassene Gesamtwerk des 1966 verstorbenen Begründers der deutschen Folklore-Bewegung Peter Rohland (Lieder Deutscher Demokraten / Jiddische Lieder u.a.)

c 1 1970 Weltersteinspielung Brecht/Weill "Der Ozeanflug" (ursprüngl. "Der Lindbergh-Flug")

c 2 Ab 1971 Das Gesamtwerk des frühromantischen Komponisten Louis Ferdinand Prinz von Preussen (1772 - 1806), darunter mehrere Uraufführungen

c 3 Ab 1972 welterste Einspielungen der späten großen Chorkompositionen und Messen von Jan Dismas Zelenka (1679 - 1745)

c 4 1988 "Berlin - Musik zwischen den Kriegen" - Eine Dokumentation auf vier Schallplatten über das musikalische Berlin von 1920 bis 1940

c 5 Ab 1989 Einspielung der gesamten Kammermusik von Josef Rheinberger

c 6 Ab 1991 fortlaufend eine Reihe von Werken von Fanny Hensel-Mendelssohn (1805 - 1847) in Ersteinspielungen

c 7 1994 Produktion des "Requiems für Kaza Katharinna - dem Andenken und zur Ehre aller verfolgten Zigeuner" von Gerhard Rosenfeld

c 8 Ab 1995 auf 12 CDs welterste Einspielung des gesamten Klavierwerks von Max Reger

c 9 1998 Produktion der Oper "Kniefall in Warschau" von Gerhard Rosenfeld

d Eine Schallplatte in memoriam Karlrobert Kreiten (Pianist, geb. 1916 - ermordet von der Gestapo 1943)

e ab 1984 Zusammenarbeit mit polnischen Musikern im Rahmen deutsch- polnischer Verständigung

e 1 Mit der Polnischen Kammerphilharmonie (Ltg. Wojciech Rajsky) Werke von Suk, Tschaikowski, Tcherepnin, Cimarosa, Paisiello, Mozart

e 2 Mit dem Rundfunkorchester Kattowitz unter Krzysztof Penderecki Werke von Penderecki, Szymanowski und Karl Amadeus Hartmann

e 3 Mit dem Philharmonia Pomorsky Bydgoszcz Werke von Lutoslawski, Martinu und Karlowicz

e 4 Mit der Polnischen Nationalphilharmonie Werke von Henryk Melzer und Mendelssohn Bartholdy

f Ab 1970 Pflege jüdisch-deutschen Kulturgutes (Jiddische Lieder ; Schostakowitsch, Hebräische Gesänge op. 79)

g Erstaufnahmen zeitgenössischer Komponisten

g 1 deutschen Ursprungs:
Herbert Baumann
Jürg Baur
Boris Blacher
Thomas Buchholz Hans
Chemin-Petit
Hugo Distler
Friedhelm Döhl
Gerd Domhardt
Heimo Erbse
Dietrich Erdmann
Siegfried Fink
Harald Genzmer
Karl Amadeus Hartmann
Klaus Hashagen
Werner Heider
Harald Heilmann
Paul Hindemith
Berthold Hummel
Peter Jona Korn
Rudolf Mauersberger
Jens-Peter Ostendorf
Günther Raphael
Peter Ruzicka
Hanning Schröder
Erwin Schulhoff
Reinhard Schwarz-Schilling
Klaus Hinrich Stahmer
Friedrich Voss
Alexander Zemlinsky

g 2 internationaler Herkunft

Samual Barber
Eugéne Bozza
Earle Brown
John Cage
Aaron Copland
Henry Cowell
Petr Eben
Jean Francaix
Robert Fuchs
Klaus Huber
André Jolivet
Mauricio Kagel
Zoltan Kodaly
Ernst Krenek
Rolf Liebermann
György Ligeti
Anestis Logothetis
Witold Lutoslawski
Bohuslav Martinu
Olivier Messiaen
Astor Piazzolla
Alexander Tcherepnin
Isang Yun

27.
Die Editionen von THOROFON erhielten folgende Auszeichnungen

a) Unbekannte Chormusik der Romantik und des Barock (Alsfelder Vokalensemble) Deutscher Schallplattenpreis

b) Peter Rohland - Das Gesamtwerk Nominierung Großer Deutscher Schallplattenpreis

c) Borodin, Streichquartette (Joachim Quartett) Preis der deutschen Schallplattenkritik

d) Sprechstunden der deutschen Geschichte (Lizenz der Edition m+p) Großer Deutscher Schallplattenpreis

e) Max Reger, Streichquartett Nr. 1 (Philharmonia Quartett Berlin) Preis der deutschen Schallplattenkritik

f) Schostakowitsch, Quartette Nr. 1, 7 und 12 (Philharmonia Quartett Berlin) Preis der deutschen Schallplattenkritik

g) Schostakowitsch, Schnittke, Klaviertrios (Trio Bamberg) Preis der deutschen Schallplattenkritik

h) Rabl, Zemlinsky, Brahms, Quartette und Trios (Ensemble Kontraste) ECHO Klassik der Deutschen Phonoakademie

i) Piazzolla, Revolucionario (Stefan Hussong, Akkordeon) ECHO Klassik der deutschen Phonoakademie

j) Max Reger, Klavierwerke Vol. 2 (Markus Becker) Preis der deutschen Schallplattenkritik

k) Hartmann / Szymanowsky, Violinkonzerte (Christiane Edinger, Polish National Radio Symphony Orchestra Katowice, Ltg. Krzysztof.Penderecki) Preis der deutschen Schallplattenkritik

l) Hugo Distler, Orgelmusik Vol. 1 (Armin Schoof) Preis der deutschen Schallplattenkritik

m) Peter Cornelius, Chorwerke (Norddeutscher Figuralchor, Ltg. Jörg Straube) Preis der deutschen Schallplattenkritik

n) Frank Martin, Chor- und Orgelwerke (Norddeutscher Figuralchor, Ltg. Jörg Straube, und Ulfert Smidt) Preis der deutschen Schallplattenkritik

o) Max Reger, Geistliche Chormusik (Norddeutscher Figuralchor, Ltg. Jörg Straube) ECHO Klassik - Audiophile Reference

p) Orlando di Lasso, Viersprachendruck (Orlando di Lasso Ensemble) Diapason d´or

q) Melchior Franck, Paradisus Musikcus (Orlando di Lasso Ensemble) ECHO Klassik

r) Heinrich Schütz, Primo Libro di Madrigali (Orlando di Lasso Ensemble) ECHO Klassik -- Diapason d´or de l´année - Nominierung Cannes Classical Award

s) Romantische Orgeln 5 (Martin Rost und Pavel Czerný in Vyssi Brod) Audiophile Reference

t) El Decameron Negro (Michael tröster) ECHO Klassik

u) Brahms, Das geistliche Werk für Chor und für Orgel (Norddeutscher Figuralchor, Ltg. Jörg Straube, Ulfert Smidt, Orgel) ECHO Klassik


F. Ehrenamtliche Tätigkeiten

28.
1949 bis 1955 Jugendleiter bei diversen "bündischen" Gruppen (Deutsche Jungenschaft)

29. 1957 bis 1961 Leiter eines Studentenchores "Singkreis Göttingen". Diverse Konzerte mit klassischen und modernen Chorwerken.

30. Ab 1985 bis heute Jurymitglied bei diversen Chorwettbewerben

31. 1992 Gründung eines Fördervereins für Musik in allen ihren Bereichen "Musica Varia" und seither dort in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand.

32. Ab 1997 betrieb H.K. mit einigen befreundeten gleichgearteten Firmen die Gründung eines Verbandes der unabhängigen deutschen Tonträgerhersteller im Bereich der klassischen Musik "CLASS - Association of Classical Independents in Germany" , der 1998 gegründet wurde; er ist seither hier im Vorstand tätig.
Hier konnte er durch seine Tätigkeit wesentlich dazu beitragen, daß die unabhängigen deutschen Tonträgerhersteller ("Schallplatten-Verlage") heute in vielen Bereichen ge- meinsam auftreten und durch ihr gemeinsames Auftreten auch internationaler Beachtung erfreuen, so z.B. auf der Musikmesse "MIDEM" in Cannes.

33. 1993 bis 1996 im Beirat der GVL - Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutz rechten.

34. 1997 zum Sprecher der außerordentlichen Mitglieder der IFPI, Deutsche Landesgruppe, gewählt. Ab 1998 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Landesgruppe der IFPI.

35. 1997 in den Beirat des Deutschen Musikarchivs Berlin (Teilbereich der Deutschen Bibliothek) berufen.


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