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KlangZeit 2012   November/Dezember 2011

 

Trio Parnassus, Foto: Daniel Pasche
Prinzipalmarkt Münster, (c) Presseamt Münster/Tilmann Roßmoeller


KlangZeit 2012 - 29. Februar bis 11. März 2012
Von Münster nach Lateinamerika

Mit und in Lateinamerika spielt das KlangZeitFestival Münster bei seiner siebten Auflage, die im Schaltjahr 2012 am 29. Februar beginnt und bis zum 11. März ein Spiegelbild der kunterbunten Mischung entwirft, die der Kontinent heute nach Jahrhunderten der goldberauschten Kolonialisierung, der vielfältig motivierten Einwanderungen und des indianischen Überlebenswillens dem Auge und dem Ohr präsentiert.

Maurizio Kagels "Tribun" gehört dabei zu einer der bekannteren Kreationen der jüngeren Zeit, während Frederic Rzewskis exzellenter Variationszyklus "The People United Will Never Be Defeated" über Sergio Ortegas gleichnamiges chilenisches Protestlied "El pueblo unido jamás será vencido" noch der gründlicheren Beleuchtung bedarf: Das Stück, das ohne Johann Sebastian Bach ebensowenig wie ohne Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und John Cage denkbar gewesen wäre, entstand wenige Monate vor Augusto Pinochets Militärputsch vom 11. September 1973 und vermittelt zweifellos etwas von der aufgeladenen Stimmung, die dem Sturz Salvador Allendes voraufging.

Einhundert Musiker aus neun Ländern besuchen in den beiden ersten Märzwochen die westfälische Musikmetropole Münster. Unter anderem kommt das einzigartige Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos, das die naturhaften Instrumentalklänge des Anden-Hochlandes mit den Errungenschaften der zeitgenössischen Musiksprache vereint.

Seit jeher fürchtet sich die KlangZeit nicht vor ästhetischen Wechselbädern. Zwischen Live-Elektronik aus Buenos Aires läßt Sergio Prudencio indianische Aerophone zu Worte kommen, während zwei Väter der lateinamerikanischen Klassik - der Argentinier Alberto Ginaste-

ra und der Brasilianer Heitor Villa Lobos - sich mit einigen ihrer höchst individuellen Kammermusiken vorstellen.

Lokales, Regionales und Globales hat das inzwischen weithin bekannte Münsteraner Festival, welches von der Gesellschaft für Neue Musik Münster sowie den Städtischen Bühnen ermöglicht wird, seit jeher erfolgreich miteinander kombiniert.

Beim gar nicht "verflixten" siebten Mal gehen die Veranstalter noch einige Schritte weiter. Denn auf lokaler Ebene engagiert sich die gesamte Szene aus Komponisten, Solisten, Ensembles, Theater und Tanz; aus der Region, sprich aus Nordrhein-Westfalen, kommen vielversprechende Nachwuchskünstler und -komponisten; die europäische Kooperation konzentriert sich in diesem Jahr vor allem auf die Musik der polnischen Partnerstadt Lublin; und der aktuelle Schwerpunkt Lateinamerika sorgt schließlich für den interkontinentalen, gewissermaßen globalen Aspekt der neuen KlangZeit, die vielleicht noch nie so farbig war wie heute ...



Weitere Informationen
www.klangzeit-muenster.de




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