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CD-Newsletter

Ausgabe: November/Dezember 2011

Inhalt:

 

Gudrun Schaumann
Robert Schumann & sein Kreis
6. November 2011 bis 8. Januar 2012
Wunsch und Erfüllung - Weihnachtliche Kinderträume aus Papier
Das Trio Parnassus
mit französischen Impressionen
KlangZeit 2012 - 29. Februar bis 11. März 2012
Von Münster nach Lateinamerika
 
 
Gudrun Schaumann, Violine
GUDRUN SCHAUMANN, Violine | Foto von Angelika & Lutz Stoess, Murnau


Die Geigerin Gudrun Schaumann
Entdeckungen aus dem "Kreis um Robert Schumann"
In ihren jüngsten Produktionen widmet sich die bei Dorothy DeLay und Nathan Milstein ausgebildete Violinistin Gudrun Schaumann intensiv dem Kreis um Robert Schumann. Auf ihren bis dato zweimal zwei Capriccio-CDs stellt sie neben den Repertoirestücken des Meisters einige Exotika vor, die den Durchschnitt der "Wiederentdeckung" deutlich hinter sich lassen. Ungewöhnlich wie das Repertoire ist der Klang der Produktionen: Gudrun Schaumann hat ihre 280 Jahre alte Stradivari mit Darmsaiten bezogen, und ihre Klavierbegleiter gehören zu den ausgewiesenen Hammerflügel-Experten.

Auf dem ersten Doppelalbum, das 2010 zum 200. Geburtstag des Erzromantikers erschien, ragt vor allem Woldemar Bargiels eigen=willige Violinsonate f-moll op. 10 empor - eine idiosynkratische Schöpfung in klassischen Formen, die man dem Berliner Kompositionslehrer auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte und die sich vorzüglich an der Seite der drei Sonaten macht, die sein "Halbschwager" Schumann schrieb.

Die zweite Doppel-CD präsentiert zunächst die authentischen Alternativ-Fassungen der Fantasiestücke op. 73, des Adagio und Allegro op. 70 sowie der Fünf Stücke im Volkston op. 102, die Robert Schumann allesamt im Jahre 1849 schuf. Dazu kommen vier instrumental gesungene Lieder der Gemahlin Clara sowie die beiden F.A.E-Sätze, die Albert Dietrich und Johannes Brahms zu dem Düsseldorfer Gemeinschaftsprojekt für Joseph Joachim kreierten.

Die drei Ersteinspielungen der zweiten CD gehören dann zweifellos in die Kategorie der bereits erschienenen Bargiel-Sonate: Theodor Kirchner, der außergewöhnlich kunstfertige, erfindungsreiche und sensible Miniaturenmaler, stellt sich mit Romanze und Schlummerlied op. 63 sowie mit seinen Zwölf Phantasiestücken op. 90 vor, und der langjährige Gewandhauskapellmeister Carl Reinecke, der unzähligen Kapazitäten des späteren 19. Jahrhunderts den Tonsatz lehrte, zeigt sich mit seiner einzigen Violinsonate e-moll op. 116 als fesselnder, imposanter Kammermusiker.

Ungewöhnlich wie das Repertoire ist der Klang der Produktionen. Gudrun Schaumann hat ihre 280 Jahre alte Stradivari mit Darmsaiten bezogen, und ihre Klavierbegleiter gehören zu den ausgewiesenen Hammerflügel-Experten: Auf dem ersten Doppelalbum spielte Christoph Hammer ein Instrument aus der Wiener Werkstatt von Johann Baptist Streicher (1836), das jetzt unter den Händen von Wolfgang Brunner Gesellschaft durch einen weiteren Streicher-Flügel von 1870 sowie durch einen Hammerflügel der Dresdner Firma Rönisch aus dem Jahre 1872 erhält. Dies mag auf den ersten Blick als Experimente erscheinen.



Aus dem Backkatalog

»Robert Schumann & sein Kreis« Vol. 1
ROBERT SCHUMANN Sonate Nr. 3 a-moll WoO2, Drei Romanzen op. 94, Sonate a-moll op. 105, 2. Große Sonate d-moll op. 121
JOSEPH JOACHIM Romanze C-dur
WOLDEMAR BARGIEL Sonate für Pianoforte und Violine f-moll op. 10
CLARA SCHUMANN Drei Romanzen op. 22
Gudrun Schaumann, Violine
(Antonio Stradivari, 1731, mit Darmsaiten)
Christoph Hammer, Hammerflügel (historischer Hammerflügel von J.B. Streicher, 1836)
2SACD Capriccio 5040 (Vertrieb: Naxos Deutschland)
VÖ: 2010



Weitere Informationen:
www.gudrunschaumann.de

 

Doch schon der große musikalische Phänomenologe Sergiu Celibidache meinte in der ihm eigenen Ausschließlichkeit, es gäbe keine »unmöglichere« Kombination als den modernen Steinway im Zusammenspiel mit einer Violine – und er hatte ein besonders feines Ohr für die subtilsten Schwingungen und jene »Korrelationsfähigkeit«, die er als das non plus ultra des Musizierens definierte. Und im künstlerischen Werdegang der Geigerin Gudrun Schaumann hat der apodiktische Rumäne keine unwesentliche Rolle gespielt ...

Dem auffallend andersartigen Klang der instrumentalen Verbindung entspricht beinahe zwangsläufig eine völlig andere Tempo-Auffassung, die sich natürlich besonders bei den wohlbekannten Repertoirestücken bemerkbar macht – den viel- und oftmals viel zu schnell gespielten Sonaten a-moll op. 105 und d-moll op. 121 von Robert Schumann. Wer schon bei den authentischen Metronomangaben nachdenklich werden sollte, wird beim unbefangenen Hineinhören in die Strukturen und Impulse der Musik vollends empfinden, wie wenig eine eloquente Spannung und ereignishaltige Darstellung von der »äußeren Zeit«, von der Absolutheit des Uhrzeigers oder Pendelschlags abhängen. Jeder Ton, jede Phrase, jeder Satz und jede Komposition treibt und blüht aus sich heraus, während die »innere Richtigkeit« auch dort alle Willkür verhindert, wo sich Improvisatorisches aus dem Duktus löst wie etwa in den kleinen Monologen, mit denen Schumann den Kopfsatz seiner zweiten Sonate einleitet. Fernab aller Theorien gibt es freilich eine ganz einfache Probe aufs musikalische Exempel: Erreicht uns das Mitgeteilte als Erlebnis und »spricht der Dichter« zu uns, dann hat sich das Werk erfüllt. Wo nicht, rettet auch die wildeste Jagd nicht ...

Cover: Kreis um Schumann, Vol. 2


Die Neuheit

»Robert Schumann & sein Kreis« Vol. 2
ROBERT SCHUMANN Fantasiestücke op. 73, Adagio und Allegro op. 70, Fünf Stücke im Volkston op. 102, Abendlied op. 85 Nr. 12
CLARA SCHUMANN 4 Lieder
ALBERT DIETRICH Allegro aus: F.A.E.-Sonate
JOHANNES BRAHMS Allegro aus:
F.A.E.-Sonate, Regenlied op. 59 Nr. 3
THEODOR KIRCHNER Romanze und Schlummerlied op. 63
(World Premiere Recording), 12 Phantasiestücke op. 90 (World Premiere Recording)
CARL REINECKE Sonate e-moll op. 116
(World Premiere Recording)
Gudrun Schaumann, Violine
(Antonio Stradivari, 1731, mit Darmsaiten)
Wolfgang Brunner, Hammerflügel
2CD Capriccio 5074 (Vertrieb: Naxos Deutschland)
VÖ: 14.11.2011



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