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Shakespeare Festival im Globe Neuss   Sommer 2010

 

Warum Warum: Francesco Agnello & Miriam Goldschmidt, Foto Leonard Zubler


Es geht rund im Globe Neuss
Shakespeare pur vom 16. Juli bis 14. August 2010

Mit vier Aufführungen der bremer shakespeare company eröffnete das Globe Neuss an der Rennbahn 1991 erstmals seine Pforten. Seitdem hat es einen immer größeren Strom theaterbegeisterter Menschen in seinen Bann gezogen und ihnen in jedem Sommer zu einer unmittelbaren Begegnung mit dem Geiste des großen Dichters aus Stratford-upon-Avon verholfen.

Daß es dabei im Neusser Globe immer rund geht, liegt in der Natur der Sache begründet: Das originale "hölzerne O", wie der Meister seinen Londoner Bau liebevoll nannte, rückt Spiel, Akteure und Zuschauer in einem engen Kreis aneinander, und die verkleinerte Kopie steigert das quasi intime Theater(er)leben noch einmal so beträchtlich, das alle, die einmal hier gastierten, immer wieder gern auf die Bretter dieser kleinen Welt treten - von der bremer shakespeare company, dem "künstlerischen Gründungsmitglied" der Festspiele, und der Globe Touring Company (sie eröffnet dieses Jahr mit "A Midsummer Night's Dream") bis hin zu Stephen Jameson, der in den kommenden Wochen mit dem Ensemble Alma Mater sowie LAMDA ALUMNI fünfmal seine einfallsreiche Inszenierung des "Much Ado About Nothing" präsentieren wird. Und es wird besonders rund gehen in dieser Variante: "Viel Lärm um nichts", wie es ihn im Chicago der 50er hätte geben können, stilecht mit der 44-er, im Mafia-Outfit und dialogischem Sperrfeuer zur Musik des "Rat Pack" Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin.

Das Prinzip des ständigen Fragens wird Ereignis, wenn Peter Brooke die Theaterrecherche vorstellt, die vor zwei Jahren erstmals am Schauspielhaus Zürich von der Solistin Miriam Goldschmidt gespielt wurde: "Warum Warum" heißt das Einpersonenstück mit Texten von Edward Gordon Graig, Wsewolod Meyerhold, Charles Dullin, Antonin Artaud, Zeami Motokiyo und William Shakespeare - eine anscheinend typisch kindliche Formulierung, die uns immer wieder zurückkehren lassen soll zu einem Fragen ohne Ende, einem Kreisgang des nie Ankommenden, in dem idiomatische und traditionelle Gesten "hinterfragt", immer neu kombiniert und "evoziert" werden.



Weitere Informationen: www.shakespeare-festival.de

Begleitet werden die szenischen Darbietungen der Schauspielerin von dem sizilianischen Musiker Francesco Agnello, der nach der Pause sein eigenes Solo bekommt und in einem kleinen Konzert ein ganz ungewöhnliches, vor gerade einmal zehn Jahren entwickeltes Instrument vorstellt, bei dem es auf ganz andere Weise "rund geht".

Das Hang, erfunden und gebaut von den Schweizer Instrumentenbauern Felix Rohner und Sabina Schärer, sieht aus wie ein mit seinem Deckel verschweißter Wok, ein UFO aus den Studios der Raumpatrouille oder eine überdimensionale Linse, klingt ein wenig nach Steel pan und gestattet seinem Spieler wahre Wunderdinge an faszinierender Virtuosität.

Wie sich's fügt, hat das berndeutsche Wort Hang (="Hand") auch im Ungarischen eine tönende Bedeutung: Dort heißt es unter anderem Klang, Stimme, Ton - weshalb denn auch ein "hangverseny" einen Klangwettkampf meint, kurzum ein "Konzert". Und ein solches wurde die magyarische Inszenierung der Komödie "Wie es euch gefällt", die in diesem Jahr vom Burgtheater Gyula als Koproduktion mit dem Theater von Debrecen und dem Ungarischen Nationaltheater der ukrainischen Enklave Beregszász nach Neuss gebracht wird.

"Ahogy Tetszik" (sprich: A-hodj tetssik) nimmt den originalen Titel beim Worte und macht aus der ohnehin schon turbulenten Geschichte ein veritables "Quodlibet", in dem es nicht nur wegen der einfachen Drehkulisse "rund geht": Hier das Leben am überkandidelten Hofe, dort die freie Wildbahn und das Exil als Erlösung, dazwischen Liebespaare, die von ihrem Glück noch gar nichts ahnen, Fenster, von denen man überraschenderweise auf die andere Seite gucken kann; derbes Rüpelspiel und zärtliche Szenen, geistreiche Narreteien und nachdenkliches Mitgefühl - von allem etwas, "wie es euch gefällt", und natürlich mit deutschen Untertiteln versehen, damit niemandem der komödiantische Witz der vielstimmigen Komposition entgeht.



Eintrittskarten und das vollständige Programm gibt es unter www.shakespeare-festival.de im Internet oder am Info- und Kartentelefon unter der Rufnummer: 01805 065 065 (0,14 Euro/Min aus dem dt. Festnetz, Mobilfunknetze abweichend).


Globe Neuss, Foto Christoph Krey

20. Shakespeare Festival im Globe Neuss
Die Veranstaltungen


Fr, 16. und Sa, 17. Juli 2010, 20 Uhr
So, 18. Juli 2010, 15 Uhr
A Midsummer Night’s Dream
Globe Touring Company, London

Mo, 19. Juli 2010, 20 Uhr
ShakespeareStadl – Alle Dramen mit fünf Damen

Mi, 21., Do, 22. & Fr, 23. Juli 2010, 20 Uhr
Sa, 24. Juli 2010, 15 und 20 Uhr
Much Ado About Nothing
Alma Mater, London
Koproduktion mit LAMDA ALUMNI

So, 25., Mo, 26. & Di, 27. Juli 2010, 20 Uhr
Die Zähmung der Widerspenstigen
Shakespeare Company Berlin

Do, 29., Fr, 30. & Sa, 31. Juli 2010, 20 Uhr
Julius Cäsar, Cleopatra, Antonius - Im Kreis der Wölfe
bremer shakespeare company

So, 1. August 2010, 17 Uhr
»Romantischer Shakespeare«
Liederabend mit Mark Stone, Bariton und Iain Burnside, Klavier

Mo, 2. und Di, 3. August 2010, 20 Uhr
Heinrich VIII.
Bea von Malchus, solo

Mi, 4. August 2010, 16 und 20 Uhr
Shakespeare and the Globe
Lecture Patrick Spottiswoode

Fr, 6. August 2010, 20 Uhr
Tempête!
Compagnie Irina Brook, Nevers

Sa, 7. August 2010, 20 Uhr
So, 8. August 2010, 16 und 20 Uhr
Warum Warum – Eine Theaterrecherche von Peter Brook
Schauspielhaus Zürich
Koproduktion mit dem Teatro Garibaldi di Palermo/Bart Production s.à.r.I.

Di, 10. und Mi, 11. August 2010, 20 Uhr
Ahogy Tetszik – Wie Es Euch Gefällt
Kooproduktion Gyula Burgtheater, Ungarisches Nationaltheater Beregszász (Ukraine)

Fr, 13. und Sa, 14. August 2010, 20 Uhr
Ein Sommernachtstraum
Das Rheinische Landestheater Neuss

 

Globe Touring Company, A Midsummernight's Dream
A Midsummer Night’s Dream

Alma Mater, London - Much Ado about Nothing
Much Ado About Nothing

Shakespeare Company Berlin, Die Zähmung der Widerspenstigen
Die Zähmung der Widerspenstigen

bremer shakespeare company - Julius Cäsar Cleopatra Antonius
Julius Cäsar, Cleopatra, Antonius

Ahogy Tetszik, Foto Zoltan Kiss
Ahogy Tetszik - oder: Wie es Euch gefällt, Foto Zoltan Kiss




 

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