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Verdi Quartett   Oktober / November 2008

 


Verdi Quartett 2008, Foto Momo Rabenschlag

 
» ... im wörtlichen Sinne zusammen ...«
Das Verdi Quartett und der vielsaitige Brahms


Soeben ging in Füssen und Umgebung das diesjährige Festival vielsaitig zu Ende, das unter der Bogen- und Federführung des Verdi Quartetts nach allem, was bereits jetzt aus dem Süden der Republik zu hören war, ein künstlerischer Volltreffer war: Konzerte, musikalische Wanderungen und Workshops verschmolzen sich auch dieses Mal zu einer Voralpen-Symphonie, von der die Musikfreunde noch lange schwärmen werden.

Vielsaitig schreitet zugleich auch das aktuelle Tonträger-Projekt des Ensembles voran. Nachdem die drei Streichquartette und (mit dem Solisten François Benda) das Klarinettenquintett von Johannes Brahms eingespielt sind und inzwischen in Fachkreisen bereits als »Messlatte für nachkommende Aufnahmen« gehandelt werden, ist jetzt auch die Einspielung des zweiten Sextetts G-dur op. 36 in der Kopplung mit dem ersten Streichquintett F-dur op. 88 erschienen. Verstärkt durch ihre einstigen Lehrer Hermann Voss (Bratsche) und Peter Buck (Violoncello) vom ehemaligen Melos-Quartett zeichnen Susanne Rabenschlag, Johannes Hehrmann, Karin Wolf und Zoltan Paulich mit diesen Interpretationen erneut ein Brahms-Bild, das sich auf wohltuende Weise von der bis heute noch nicht gänzlich ausgemerzten Vorstellung unterscheidet, wonach der Mann an seinem Barte und seinen notorisch unglücklichen Liebschaften gemessen wird, um in selbstmitleidiger Larmoyanz oder gelegentlichen Wutausbrüchen zu versinken.

Heute dominiert erfreulicherweise eine andere Vorstellung: Die inwendigen Schönheiten der Musik, gegen die Brahms selbst anscheinend machtlos war, weshalb er sie vielfach ironischen Kommentaren unterwarf oder »fachkundigen« Kritikern wie Elisabeth von Herzogenberg zur Sezierung überließ – diese den Schöpfer gewissermaßen übersteigenden Qualitäten haben sich doch weitgehend von der bloß autobiographischen Rührseligkeit in eine sehr differenzierte Betrachtungsweise gewandelt, die viel tiefer, weil universeller ergreifen kann. »Großes ist nie privat,« lautete das Motto des großen Brahms-Interpreten Günter Wand. Die Musiker des Verdi Quartetts und ihre Gäste müssen das gehört haben ...

Johannes Brahms (1833-1 897)
Streichquintett F-dur op. 88
Sextett G-dur op. 36
Verdi Quartett mit Hermann Voss, Viola & Peter Buck, Cello
Hänssler CLASSIC CD 98.518
(Vertrieb: Naxos Deutschland)


Brahms Vol. 3, Verdi Quartett

Weitere Informationen:
www.verdi-quartett.com



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