Das erste, was wir hören, wenn wir uns mit den Aufnahmen oder Konzerten des Kölner Verdi Quartetts beschäftigten, ist eine merklich aufgerauhte und konturierte Tongebung, die uns ohne Umschweife auf die jeweiligen musikalischen Wesenszüge lenkt.
Franz Schubert etwa, dessen sämtliche Streichquartette bei hänssler classic erschienen sind, klingt da nicht wie ein verzogenes Kind, nicht wie ein überhitzter, vom vorzeitigen Ende gezeichneter Hysteriker, sondern bis in die letzten Äußerungen des G-dur-Quartetts hinein vor allem wie ein großer Klassiker – was die Werke angesichts der tragischen Biographie weit erschütternder erscheinen lässt als die wütende Larmoyanz, der man beim »guten alten Franz« so gern begegnet.
Oder auch Johannes Brahms, an dessen gesamter Streicherkammermusik Susanne Rabenschlag, Matthias Ellinger, Karin Wolf und Zoltán Paulich inzwischen arbeiten:
Wenn da noch jemand auf den Gedanken käme, sich zu der Auffassung von Friedrich Nietzsche zu versteigen, Brahms bliebe »als sein Eigenstes die Sehnsucht«, der dürfte, wenn er die Trilogie der Quartette oder gar das späte Klarinettenquintett op. 115 zu hören bekommt, selbst von ganz anderen Sehnsüchten gepackt werden – nicht zuletzt von der Sehnsucht, diesen Musikern mitsamt dem ganz exquisiten François Benda an der Klarinette möglichst auch live zu begegnen und sich davon zu überzeugen, dass diese Bögen, diese aus dem Innersten der Musik geatmeten Nuancen tatsächlich »echt« und nicht etwa die Resultate einer gekonnten Studioregie sind.
»Fast scheut man sich, die makellose Beherrschung aller technischen und stilistischen Mittel zu erwähnen, angesichts der perfekten Klangbalance, der Kongruenz bei homophonen Passagen und der zutage tretenden interpretatorischen Reife ...« Mannheimer Morgen
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Diese Möglichkeit ist durchaus gegeben. Spätestens, wenn das Quartett vom 20. bis 30. August 2008 bei seinem eigenen Festival »Vielsaitig« in Füssen auftritt und bei dieser Gelegenheit mit François Benda das besagte Klarinettenquintett von Brahms interpretieren wird.
Darüber hinaus freuen wir uns natürlich sehr, Ihnen zum Zwecke der Einstimmung und näheren Beschäftigung mit dem inzwischen mehr bald schon 25 Jahre alten Ensemble die jüngsten Brahms-Produktionen vorstellen und Sie zukünftig über die neuen Aufnahmen, Pläne und Projekte der Künstler informieren zu können.

Johannes Brahms (1833-1807)
Streichquartett B-dur op. 67
Klarinettenquintett h-moll op. 115
mit François Benda, Klarinette
und dem Verdi Quartett
Hänssler Classic 98.473 (VÖ 2004)
Johannes Brahms (1833-1807)
Streichquartette c-moll op. 51/1 und a-moll op. 51/2
Hänssler Classic 98.393 (VÖ 2003)
Ein umfassendes Portrait nebst kurzen Einzelbiographien und diskographischen Angaben finden Sie auf der WebSite www.verdi-quartett.com
Weitere Informationen zum Festival:
www.festival-vielsaitig.fuessen.de
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