| Sir Peter Maxwell Davies und Bremen haben eine lange gemeinsame Geschichte – ebenso wie Sir Peter und Paula Modersohn-Becker, deren Schaffen der angehende Komponist kennenlernte, als er zum Schüleraustausch in den 50er Jahren in Hamburg war.
Seine kunstbeflissene Gastfamilie brachte dem 16jährigen viele Aspekte der Kunst und Kultur nahe. Dazu gehörten auch die ersten Besuche in Worpswede, und bald erlag der junge „Max“ den Bildern der zukunftsweisenden Malerin. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Aus dem Austauschschüler ist ein profilierter, zu Recht unzählige Male geehrter Komponist geworden – die ersten Eindrücke jedoch und der Kontakt sind geblieben.
Wenn der Master of The Queen’s Music von Paula Modersohn-Becker spricht, dann spürt man die ganz persönliche Beziehung: „Sie ist triumphal. Sie lebt nicht mehr, aber ihre Kunst, sie lebt für immer“.
So klingt auch das für Bremen geschriebene, im Mai des vorigen Jahres ebendort aufgeführte Orchesterwerk Das Rauschende der Farbe, und so klingt es, wenn Sir Peter über diese monumentale, zugleich aber auch filigrane Komposition spricht, wenn er sie mit den Bremer Philharmonikern probt, wenn er die rauschenden Bilder erläutert, die ihn zu den drei Sätzen anregten: „Nächtliche Landschaft“ (1897), „Tanzende mit Musikanten“ (um 1901) und „Selbstbildnis, die rechte Hand am Kinn“ (1906) – jedes dieser Stücke hat Max auf besondere Weise beeinflußt, zu jedem kann er eine ganz eigene Geschichte erzählen.
Die soeben veröffentlichte CD der Uraufführung vom 14. Mai 2007 ist kombiniert mit einer DVD, die ihn bei der Arbeit und im Paula Modersohn-Becker Museum zeigt, dann aber auch im Gespräch mit Barbara Grobien von der Philharmonischen Gesellschaft, die den „Bremer Zyklus” initiiert hat – die wunderbare Dokumentation und Darstellung einer besonderen, vielschichtigen Beziehung zu einer Stadt, ihrer Kunst und ihren Menschen.
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„Ich möchte das Rauschende, Volle, Erregende der Farbe geben, das Mächtige“ Paula Modersohn-Becker an Bernhard Hoettger
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Im Rahmen des „Bremer Zyklus” wurden bislang insgesamt vier Kompositionsaufträge vergeben: an Sir Peter Maxwell Davies, Krzysztof Penderecki, Christian Jost und Peteris Vasks. Jede Komposition wird einen besonderen Bezug zu Bremen haben und von den Bremer Philharmonikern als „Bremer Zyklus“ uraufgeführt werden.
Ganz aktuell arbeitet Krzysztof Penderecki an den letzten Details seines Hornkonzerts, das am Montag, den 5. Mai 2008, unter seiner eigenen Leitung von den Bremer Philharmonikern aus der Taufe gehoben wird. Viel wissen wir bislang nicht über die brandneue Komposition: Sie wird zweisätzig sein, ist für eine symphonische Besetzung mit doppelten Bläsern und für den Uraufführungssolisten Radovan Vlatkovic geschrieben, der als einziger schon einen ersten Blick auf die Partitur werfen durfte.

Die CD/DVD ist nicht im Handel erhältlich, sondern nur über die Philharmonische Gesellschaft Bremen zu beziehen:
Philharmonische Gesellschaft Bremen
Geschäftsstelle: Dr. Ulrich Matyl, Mühlenfeldstraße 61a, 28355 Bremen
Die Produktion kostet für Mitglieder der Philharmonischen Gesellschaft und für Abonnenten der Bremer Philharmoniker 12 €, ansonsten 15 € (ggfs. zuzüglich 1,45 € Porto).
Weitere Informationen: www.bremerphilharmoniker.de
www.philharmonische-gesellschaft-bremen.de
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