In jeder Musik gibt es ein Vielfaches an Zeit. Den Zeitpunkt, als sie entstand. Das Jetzt, in dem sie aufgeführt wird. Und die Zukunft, in der sie entweder vergangen und vergessen oder immer wieder vernommen wird. Das KlangZeitFestival Münster 2008 jongliert mit diesen Möglichkeiten, und so sollte das Publikum in diesem Jahr nicht nur Zeit für die Klangzeit mitbringen, sondern sich auch darauf einstellen, daß die Klänge die »Dimension« der Zeit auf die verschiedenste Weise manipulieren – weshalb der eine oder andere Hörer am Ende vielleicht nicht mehr weiß, was die Stunde geschlagen hat ...
Zentraler Komponist des kommenden KlangZeitFestival Münster ist der vor fünf Jahren verstorbene Luciano Berio, mit dessen 1984 entstandener Oper Un re in ascolto (»Ein König horcht«) die Städtischen Bühnen Münster dieses Festival eröffnen. Eine der markantesten Figuren der vergangenen Avantgarde, die sich längst selbst als klassisch und damit als Zukunftsrepertoire erwiesen hat.

Kontrastiert wird dieser Schwerpunkt durch das Schaffen zweier amerikanischer Komponisten, die Geschichte schrieben: Terry Riley, den Vater der Minimal Music und Moondog, eine einzigartige Gestalt der Musikszene, die ebenso von Leonard Bernstein wie von Frank Zappa bewundert wurde.
managarmMusikver.jpg)
Danach beginnt der Strudel der Zeit. Indische Musik der Dhrupad-Tradition, alte europäische Zeitvorstellungen, wie sie beispielsweise in der Gregorianik geläufig waren, und immer wieder das aktuelle Schaffen bestimmen den Klang und Gang der Dinge: Werke des litauischen Altmeisters Osvaldas Balakauskas, der jungen lettischen Bachpreisträgerin Ruta Paidere, des Japaners Yoshihiro Kanno, des niederländischen Komponisten und Flötisten Antoine Beuger sowie des
|
|
Komponisten, Malers und Violinisten Burkhard Schlothauer werden in Münster aus der Taufe gehoben.
Daneben gibt es »Zeit-Reisen« von Morton Feldman, Toru Takemitsu, Guus Janssen und Jörn Arnecke. Eine Klanginstallation von Andreas Oldörp und Langzeitkonzerte ermöglichen neuartige Wahrnehmungen und Erlebnisse. Das Spannungsfeld von (vielfach) computergesteuerter Live-Elektronik und physisch kontrollierter Perkussion wird in einem eigenen Projekt mit drei Konzertbeiträgen ausgelotet.

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist das Konzert des Sinfonieorchesters Münster. Neben Luciano Berios Chemins V und Requies steht die Musik zweier Komponisten auf dem Programm, die für den Italiener schöpferische Leitsterne waren: Gustav Mahler und Franz Schubert. Für Chemins V konnte Reinbert Evers gewonnen werden, der 1980 als Erster die Royal Winter Music von Hans Werner Henze spielte und seither unzählige gitarristische Impulse gegeben hat.
|
|
|
Kartenvorverkauf ab sofort:
Städtische Bühnen Münster
Telefon 0251-5909-100
KlangZeit 2008 wird gefördert durch: die Kunststiftung NRW, Staatskanzlei NRW, Stiftung Kunstfonds, Stadt Münster, Stiftung Kunst Bildung und Erziehung der Sparda Bank Münster, Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial
Veranstalter: GNM-Münster in Zusammenarbeit mit Städtische Bühnen Münster, Sinfonieorchester Münster, Kulturamt Münster, Musikhochschule Münster, cuba-cultur Münster und November Music (NL)
Dank an: Fachbereich Katholisch-Theologische Fakultät Münster, Pfarrgemeinde Liebfrauen Überwasser, St. Lamberti Kirchengemeinde und alle Kooperationspartner.
|
|
|
|