Kurt Leimers Onkel Karl war ein ganz vorzüglicher Klavierpädagoge, wie unter anderem sein weltberühmter »Musterschüler« Walter Gieseking bewiesen hat. Die demzufolge gern als »Leimer-Gieseking-Methode« bezeichnete Art der Ausbildung begann mit einer intellektuellen Betrachtung der musikalischen Materie, einem Lernen, das nicht im mechanischen Drill, sondern auf dem Verstehen und »Behalten« der Noten in Verbindung mit einem ausgefeilten, höchst kontrollierten Anschlag bestand – wer`s auch nur einmal probiert, nach diesem Prinzip eine Invention oder Allemande von Johann Sebastian Bach zu lernen und umzusetzen, wird erstaunt sein über die innere Beziehung, die man schon nach wenigen Minuten zu der Musik aufbaut.
Daß ein Erzmusiker wie Karl Leimers Neffe hier ganz substantielle Anregungen fand, liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: Die künstlerische, virtuose und kreative Prädisposition und eine ganz spezielle Art des Begreifens resultierten in Aufführungen, die zweifellos selbst Schule gemacht hätten, wenn Kurt Leimer nicht viel zu früh verstorben wäre. Gewiß wäre auch die eine oder andere Eigenkomposition bekannter geworden: Die für damalige Verhältnisse offensichtlich utopischen Ansprüche, derer nur der Schöpfer der Musik selbst Herr wurde, könnten heute vielleicht ihren Weg ins erweiterte Repertoire finden – zumal sich die Zürcher Kurt-Leimer-Stiftung zum Ziel gesetzt hat, die verfügbaren Aufnahmen des

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Kurt Leimer Klavierwettbewerb '08
10. - 14. November 2008
Konzerte in Zürich 31. Januar und 28. Februar 2008 |
Künstlers in restaurierten Versionen neu zu veröffentlichen und so neben den Interpretationen der Standardliteratur auch Leimers Klavierkonzerte aus den Archiven zu befreien.
Nachdem bereits die Einspielung des Konzertes für die linke Hand mit Herbert von Karajan und dem Philharmonia Orchestra erschienen ist, kommt jetzt eine weitere Produktion wieder heraus, von der man gegebenenfalls einmal gerüchteweise gehört hat: die Aufnahme des Klavierkonzertes Nr. 4 mit dem New Yorker Symphony-of-the-Air Orchestra unter Leopold Stokowski, der von dem einsätzigen Felsmassiv außerordentlich angetan war. »Größte Gegensätze in eine Synthese zu zwingen,« hatte sich Kurt Leimer vorgenommen, und das ist ihm ohne Frage gelungen: Selbst vernehmliche Anklänge an den symphonischen Jazz im allgemeinen und George Gershwins Idiom im besonderen fehlen nicht – weshalb denn auch die Aufnahme des Concerto in F mit dem Skyline Symphonie Orchestra unter der Leitung von Günter Neidlinger die ideale Kopplung darstellt.
George Gershwin
Concerto in F
Kurt Leimer
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in einem Satz (1955)
Kurt Leimer, Klavier
Skyline Symphony Orchestra
Günter Neidlinger
Symphony of the Air-Orchestra New York
unter Leitung von Leopold Stokowski
Colosseum Classics COL 9202.2
VÖ: 21.01.08 (Vertrieb Musikwelt)
Weitere Informationen:
www.kurtleimer.ch |