
Fotographin
Amalia Aubert, Berlin
Zugegeben, der normale Einstieg eines Cellisten ins große
Geschäft mit den Tonträgern sieht so nicht aus: Man
erwartet natürlich etwas Klassik, ein feines romantisches
Paradestück, am besten noch den weit über die Wellen
der Fantasie dahintreibenden Schwan von Camille Saint-Saëns,
eine rabiate Zugabe ...
Nicolas
Altstaedt schlägt mit seiner ersten CD einen anderen Weg
ein. Der fünfundzwanzigjährige Gewinner des vorjährigen
Adam International Cello Competition von Neuseeland und des
Deutschen Musikwettbewerbs 2005, der unter anderem bei Boris
Pergamenschikow studierte, ist ganz offensichtlich viel zu sehr
Individualist, als daß er sich vorschreiben ließe,
was man wie zu spielen, zu betrachten und zu verstehen hat.
Was ihn interessiert und antreibt, sind die subjektiven Wahrheiten,
die er beim Studium der Partituren entdeckt: Seine ungemein
feinfühlige Darstellung der Sonate C-dur op. 102 Nr. 1
von Beethoven geht scheinbar nahtlos in die zwei frühen
Stücke von Anton Webern über, und wenn der sich dann
mit seinem Opus 11 von der bekannten »Saite« zeigt,
dann sind auch diese Augenblicke ein geradezu romantisches Ausdrucksereignis.
Endlich! möchte man ausrufen, denn schließlich hat
der Meister der konzentriertesten Konstruktionen noch von den
Dirigenten seiner Orchestervariationen verlangt, sie sollten
in Klängen schwelgen.
Auf
der Suche nach der Substanz der Dinge macht Nicolas Altstaedt
auch vor den Mitteln der modernen Technik nicht halt: Weil die
fünfte Solosuite von Johann Sebastian Bach auch in einer
älteren Fassung für Laute existiert, hat er sich einige
der hier vorhandenen Stimmen »ausgeliehen« und nachträglich
zu der Cello-Version aufgenommen. Ein Experiment, gewiß,
aber in sich ebenso überzeugend wie das ungewöhnliche
Debüt, das mit einer derart quirligen Suite italienne von
Igor Strawinsky zu Ende geht, daß es einem vorkommt, als
hätten Nicolas Altstaedt und sein Klavierpartner Francesco
Piemontesi gleich mehrere Figuren der commedia dell’arte
einstudiert.

Deutscher
Musikwettbewerb • Laureate 2005
Werke für Cello und Klavier von Ludwig
van Beethoven, Anton Webern, Johann S. Bach, György Ligeti
und Igor Strawinsky
Nicolas Altstaedt, Cello
Francesco Piemontesi, Klavier
Genuin GEN 87084
Vertrieb: Codaex, München
»Musik
zum Klingen bringen«
Orpheum Stiftung zur Förderung junger Solisten
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Am
15. September 2007 gibt Nicolas Altstaedt mit Förderung
der Orpheum-Stiftung sein Debüt beim Tonhalle-Orchester
Zürich unter Leitung von Sir Neville Marriner.
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Musikakademien,
Konservatorien und Hochschulen bilden eine erfreulich
hohe Zahl an talentierten und motivierten Jugendlichen
aus. Unzählige dieser jungen Menschen wollen ihre
musikalische Begabung zu ihrem Beruf machen und sind bereit,
ihre ganze Energie und Zeit diesem hohen Ziel zu opfern.
Auszeichnungen, Vergabungen, Stipendien geben Anlass zu
Hoffnungen auf eine glanzvolle Karriere. Doch dann, nach
Abschluss des Studiums, zeigt sich nicht selten die raue
Wirklichkeit des Musiklebens: Den zwar bestens ausgebildeten
jungen Musikerinnen und Musikern fehlt die Möglichkeit,
sich konzertant mit renommierten Orchestern und Dirigenten
einem größeren Publikum vorzustellen.
Hier
wird die Orpheum Stiftung aktiv. Indem sie diesen Jungtalenten
durch die Organisation und Finanzierung zu eben solchen
Auftritten auf höchstem Niveau verhilft. Indem sie
ihnen künstlerische Erfahrungen und Begegnungen ermöglicht.
Ihnen Kontakte zu Agenturen und Konzertveranstaltern vermittelt.
Ihnen Beachtung in den Medien verschafft und so den Einstieg
ins internationale Musikleben erleichtert.
Mit
dieser Zielsetzung ergänzt die Orpheum Stiftung das
verdienstvolle Wirken anderer Institutionen, die Preise
und Stipendien vergeben, und setzt da ein, wo Musik ihre
eigentliche Bestimmung als kommunikative Kunst erlangt:
von Menschen für Menschen!
Weitere
Informationen: www.orpheum.ch
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»Schon
jetzt besitzt er eine brillante Technik, schönen Klang, hervorragendes
Gefühl der Form, feinste Phrasierung. Sein Spiel war vollkommen.«
Sofia
Gubaidulina
»Phänomenale
Spieltechnik und unendlich reiche Farbskala«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. April 2006
Zuletzt
machte der junge Cellist Nicolas Altstaedt im Juli 2006 auf sich
aufmerksam, als er den 1. Preis beim Adam International Cello Competition
in Neuseeland gewann. Dieser Preis ist mit einer Debut-CD beim
Label Naxos und einer Tournee mit dem New Zealand Symphony Orchestra
verbunden.
1982
als Sohn deutsch-französischer Eltern geboren, gehörte
er als Jungstudent lange der Klasse von Marcio Carneiro
an der MHS Detmold an und setzte nach dem Abitur seine Ausbildung
bei Ivan Monighetti an der Musikakademie Basel fort. Zuletzt
studierte er bei Boris Pergamenschikow an der Hanns-Eisler Musikhochschule
in Berlin, wo er nun sein Studium bei David Geringas fortsetzt.
Weitere wichtige Impulse erhielt er darüber hinaus von Mstislav
Rostropovich, Heinrich Schiff, Steven Isserlis, Tabea Zimmermann
und Anner Bylsma.
Im
Laufe der letzten Jahre erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie
den "Landgraf-von-Hessen-Preis" der Kronberg Academy
2004, den begehrten Preis des Deutschen Musikwettbewerbes 2005,
den Musikpreis der GWK NRW 2005 und den 1.Preis des internationalen
Domnick Cello-Wettbewerb in Stuttgart 2005. Als erster Deutscher
in der Geschichte des Internationalen Paulo Cello Competition
in Helsinki gelangte er im April 2007 unter die ersten drei Preisträger.
Er
konzertierte mit der Kremerata Baltica, dem RSB Berlin, der Tapiola
Sinfonietta, dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem Christchurch
Symphony Orchestra, dem Jungen Klangforum Mitte Europa, dem Brandenburgischen
Staatsorchester und mit Musikern wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet,
Daniel Hope, Alexander Lonquich, Kirill Gerstein, Anna Gourari,
dem Quatuor Ebene und der Bajanistin Elsbeth Moser.
Konzertreisen
führten ihn durch alle Kontinente, zu Festivals wie dem Lockenhausfestival,
den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Klavier-Festival Ruhr,
dem Beethovenfest Bonn, dem Schleswig-Holstein Musik Festival,
den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, "les museiques"
Basel, dem Jerusalem International Chamber Music Festival, dem
Cellofestival Kronberg sowie u.a. in die Berliner Philharmonie,
das Konzerthaus Berlin, die Hamburger Musikhalle, die Suntory
Hall Tokyo, das Sejong und in das Seoul Arts Center.
Desweiteren
arbeitete er eng mit Sofia Gubaidulina und Wilhelm Killmayer zusammen
und brachte etliche ihm gewidmete Werke u.a von Moritz Eggert
und Franghiz Ali-Sade mit den Komponisten am Klavier zur Uraufführung.
Abseits des gängigen Konzertbetriebs kommt es immer wieder
zu grenzüberschreitenden Projekten; so spielte er mit Musikern
aus Palästina und aus der Mongolei an Orten wie der Wüste
Gobi, in Ramallah und Baghdad.
2006
spielte er die Schweizer Erstaufführung des Cellokonzertes
von G.F.Haas mit dem Basler Sinfonieorchester. Desweiteren stehen
u.a. Konzerte mit dem Musikkollegium Winterthur unter Howard Griffiths,
dem Melbourne - und dem Adelaide Symphony Orchestra an. 2007 wurde
er auf Vorschlag von Gidon Kremer ins Orpheum Förderungsprogramm
aufgenommen und wird in diesem Rahmen am 15. September in Zürich
mit dem Tonhalle-Orchester unter der Leitung von Sir Neville Marriner
auftreten.
Nicolas
Altstaedt spielt ein Violoncello von Nicolas Lupot (Paris 1821)
der Deutschen Stiftung Musikleben.

Fotographin
Amalia Aubert, Berlin
Weitere Informationen:
www.nicolasaltstaedt.com |