Im Laufe ihres mehr als 50jährigen Bestehens hat sich die Cappella Coloniensis ganz offensichtlich einen wohlklingenden internationalen Namen gemacht. Als erstes Orchester, das seinerzeit die Musikfreunde mit der Rückkehr zu originalen Instrumenten verblüffte, ist ihm ein Platz in der Geschichte sicher, und als aktuelles, auf den hochgehenden Wogen der historischen Aufführungspraxis dahinsegelndes Ensemble erregt die „Kölner Kapelle“ nach wie vor große Aufmerksamkeit: Die jüngsten CD-Produktionen des Freischütz und des Fliegenden Holländer etwa haben in der Fachwelt außerordentliche Beachtung erregt und waren zweifellos einer der Beweggründe, das Orchester zum diesjährigen Festival des griechischen Epidaurus einzuladen.

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Fotomaterial: Cappella Coloniensis
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Hier, in dem legendären, rund 12.000 Besucher fassenden antiken Theater aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend, wird die Cappella Coloniensis am 14. Juli 2007 Luigi Cherubinis Oper Medea zur Aufführung bringen – an einer historischen, für manche Opernfreunde womöglich gar heiligen Stätte: Immerhin hat sich die „göttliche“ Maria Callas hier zu Beginn und am Ende ihrer einzigartigen Karriere hören lassen, und ihrem Gedächtnis ist tatsächlich auch die neue Medea gewidmet, die musikalische Auseinandersetzung mit einem archetypischen Charakter, der für die Sängerin mehr als nur eine Partie gewesen sein muß – andernfalls hätte sie 1969 wohl kaum die Rolle der enttäuscht-rachsüchtigen Zauberin in Paolo Pasolinis Spielfilm übernommen.
Zum 30. Todestag der Legende gibt es nun also an sozusagen geweihter Stätte Cherubinis Medea, die ihre Renaissance letztlich auch „der Callas“ verdankte.
Unter der Leitung von Lukas Karytinos, dem Chefdirigenten der Griechischen Nationaloper, singen Anna Caterina Antonacci (Medea), Jon Ketilsson (Jason) und der Chor des Griechischen Rundfunks & Fernsehens.
Die Cappella Coloniensis begleitet selbstverständlich auf Originalinstrumenten, und das in einer Weise, die dem Ensemble nach wie vor einen Spitzenplatz auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis sichert. Die Einladung nach Epidaurus ist eine ehrenvolle Auszeichnung, die einmal mehr den Stellenwert des Orchesters unterstreicht.
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