Quasi
leitmotivisch brachte Bremens Kultursenator
Jörg Kastendiek das Resumee der Pressekonferenz
auf den Punkt: Der neue Generalmusikdirektor Markus Poschner
passe einfach zu Bremen und den Bremer Philharmonikern, es gäbe
hier eine „Übereinstimmung in den Grundzielen, die
die Arbeit aller beflügeln und die ohnehin schon positive
Entwicklung und Performance weiter vorantreiben wird”.
Und auch Hans-Joachim Frey, der designierte
Generalintendant des Bremers Theaters, zeigte sich „sehr
glücklich” darüber, daß sich die Findungskommission
Markus Poschner auf diesen Künstler geeinigt hat, den beispielsweise
die Berliner Zeitung vor nicht allzu langer Zeit als
„die bemerkenswerteste Begabung unter den jungen deutschen
Dirigenten” feierte und von dem Simon Neubauer, der Nestor
der bremischen Musikkritik, bereits im Vorfeld ahnte, er sei
womöglich die Idealbesetzung für den Posten, der seit
nunmehr einer Spielzeit vakant war, weil man sich lieber die
Zeit zu einer tragfähigen Entscheidung lassen wollte ...Schöne
Worte sind freilich üblich, wenn die Ergebnisse von Verhandlungen
und Vertragsabschlüssen präsentiert werden.
Doch wer genau aufmerkte, konnte sogleich feststellen, daß
Markus Poschner selbst mit einer Spontaneität
gesegnet ist, über die nur verfügt, wer meint und
glaubt, was er sagt: „Bei den drei Projekten, die ich
bisher mit den Bremer Philharmonikern realisieren konnte, hat
das Orchester eine Musizierlust und Offenheit an den Tag gelegt,
die man beileibe nicht überall findet. Viele andere Klangkörper
,verwalten‘ ihr Repertoire, wenngleich oft auf hohem Niveau.
Doch hier gibt es tatsächlich eine auffallende Neugier,”
beantwortet er die vielgestellte Frage, warum er die Bundeshauptstadt
an der Spree mit der rührigen Hansestadt an der Weser vertauscht
hat. „Ich will begeistern, ich will herausfordern und
ich glaube, daß ich das mit diesem Ensemble umsetzen kann.”
So betrachtet er denn auch das Saisonprogrammbuch für 2007/08
mit funkelndem Blick. Es sei dies der beste „Wasserstandsanzeiger”
für die Qualität der Bremer Philharmoniker, wie sich
allein aus der Zahl der internationalen Künstler ablesen
ließe, die sich in der kommenden Spielzeit die Ehre geben:
Zwei der zwölf Philharmonischen Doppelkonzerte wird der
britische Dirigent Christopher Hogwood bestreiten,
Geiger wie Frank Peter Zimmermann, Gilles Apap
und Midori, dazu der herausragende deutsche
Cellist Alban Gerhardt und die junge lettische
Organistin Iveta Apkalna freuen sich allesamt
auf das Musizieren mit dem Bremer Traditionsorchester.
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Ganz
besonders weiß das natürlich Markus Poschner, der nicht
nur, wie Christian Kötter-Lixfeld, der Intendant
der Bremer Philharmoniker, und Barbara Grobien,
die Erste Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft Bremen
einmütig bestätigten, neben seinen künstlerischen
Visionen einen ausgeprägten Sinn für das Realistische
und eine gemeinsame Wellenlänge erkennen läßt:
Der neue Generalmusikdirektor hat offenbar seine Berufsbezeichnung
verstanden und sich ausführlich mit der beinahe zweihundertjährigen
Bremer Musiktradition so gründlich beschäftigt, daß
er Fakten und Phänomene schier aus dem Ärmel schüttelt
und programmatisch einzusetzen weiß: „Über 180
Jahre Philharmonische Gesellschaft Bremen und Bremer Philharmoniker,
das ist eine Geschichte vieler Erst- und Uraufführungen,
in der die Namen Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Richard
Strauss immer wieder auftauchen, und deshalb wird hier immer wieder
ein Schwerpunkt liegen, um den Kontraste und Spannungen aufgebaut
werden sollen”.
Weshalb
die Bremer Philharmoniker denn auch in der kommenden Saison gleich
zwei Uraufführungen geben: Beim Musikfest
wird das Russische Requiem von Lera Auerbach
aus der Taufe gehoben, und als zweites Resultat des Bremer
Zyklus, der eben erst die sensationelle Premiere des neuen
Orchesterstücks Das Rauschende der Farbe von Sir
Peter Maxwell Davies gezeitigt hat, spielt Radovan Vlatkovic das
Hornkonzert von Krzysztof Penderecki,
der seine Uraufführung selbstverständlich in eigener
Person leiten wird.
Noch
ein Wort zu den elf Sonderkonzerten: Auch in
der neuen Saison wird es wieder das Benefiz-Adventskonzert sowie
eine weitere Gala gegen den Krebs geben (inzwischen bereits die
fünfte); des weiteren begleiten die Philharmoniker den Bremer
Klavierwettbewerb 2007, sind beim Abschlußkonzert des Chorfestes
Bremen mit dabei und werden im Bremer Dom den orchestralen Part
des Elias von Felix Mendelssohn ausführen.
Überdies
gibt es zwei besondere Projekte der Bremer Philharmoniker mit
dem Bremer Theater: Die konzertante Aufführung des Fidelio
von Ludwig van Beethoven mit Maximilian Schell als Sprecher
und eine Open Air-Vorstellung des Fliegenden Holländer
von Richard Wagner. Im Opernhaus dirigiert Markus Poschner ferner
Giuseppe Verdis Nabucco (Premiere am 13. Oktober 2007)
und Gioacchino Rossinis Cenerentola (Premiere am 12.
April 2008).
Das
aktuelle Programmbuch können Sie direkt bei dem Besucherservice
der Bremer Philharmoniker bestellen. Entweder telefonisch unter
0421 62 67 321 oder im Internet:
www.bremerphilharmoniker.de
und www.markusposchner.de
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