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Markus Poschner   Juni 2007

 

Markus Poschner

Es ist ein Funkeln in seinem Blick:
Markus Poschner ist der neue Generalmusikdirektor von Bremen

Quasi leitmotivisch brachte Bremens Kultursenator Jörg Kastendiek das Resumee der Pressekonferenz auf den Punkt: Der neue Generalmusikdirektor Markus Poschner passe einfach zu Bremen und den Bremer Philharmonikern, es gäbe hier eine „Übereinstimmung in den Grundzielen, die die Arbeit aller beflügeln und die ohnehin schon positive Entwicklung und Performance weiter vorantreiben wird”. Und auch Hans-Joachim Frey, der designierte Generalintendant des Bremers Theaters, zeigte sich „sehr glücklich” darüber, daß sich die Findungskommission Markus Poschner auf diesen Künstler geeinigt hat, den beispielsweise die Berliner Zeitung vor nicht allzu langer Zeit als „die bemerkenswerteste Begabung unter den jungen deutschen Dirigenten” feierte und von dem Simon Neubauer, der Nestor der bremischen Musikkritik, bereits im Vorfeld ahnte, er sei womöglich die Idealbesetzung für den Posten, der seit nunmehr einer Spielzeit vakant war, weil man sich lieber die Zeit zu einer tragfähigen Entscheidung lassen wollte ...Schöne Worte sind freilich üblich, wenn die Ergebnisse von Verhandlungen und Vertragsabschlüssen präsentiert werden.

Doch wer genau aufmerkte, konnte sogleich feststellen, daß Markus Poschner selbst mit einer Spontaneität gesegnet ist, über die nur verfügt, wer meint und glaubt, was er sagt: „Bei den drei Projekten, die ich bisher mit den Bremer Philharmonikern realisieren konnte, hat das Orchester eine Musizierlust und Offenheit an den Tag gelegt, die man beileibe nicht überall findet. Viele andere Klangkörper ,verwalten‘ ihr Repertoire, wenngleich oft auf hohem Niveau. Doch hier gibt es tatsächlich eine auffallende Neugier,” beantwortet er die vielgestellte Frage, warum er die Bundeshauptstadt an der Spree mit der rührigen Hansestadt an der Weser vertauscht hat. „Ich will begeistern, ich will herausfordern und ich glaube, daß ich das mit diesem Ensemble umsetzen kann.” So betrachtet er denn auch das Saisonprogrammbuch für 2007/08 mit funkelndem Blick. Es sei dies der beste „Wasserstandsanzeiger” für die Qualität der Bremer Philharmoniker, wie sich allein aus der Zahl der internationalen Künstler ablesen ließe, die sich in der kommenden Spielzeit die Ehre geben: Zwei der zwölf Philharmonischen Doppelkonzerte wird der britische Dirigent Christopher Hogwood bestreiten, Geiger wie Frank Peter Zimmermann, Gilles Apap und Midori, dazu der herausragende deutsche Cellist Alban Gerhardt und die junge lettische Organistin Iveta Apkalna freuen sich allesamt auf das Musizieren mit dem Bremer Traditionsorchester.

Ganz besonders weiß das natürlich Markus Poschner, der nicht nur, wie Christian Kötter-Lixfeld, der Intendant der Bremer Philharmoniker, und Barbara Grobien, die Erste Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft Bremen einmütig bestätigten, neben seinen künstlerischen Visionen einen ausgeprägten Sinn für das Realistische und eine gemeinsame Wellenlänge erkennen läßt: Der neue Generalmusikdirektor hat offenbar seine Berufsbezeichnung verstanden und sich ausführlich mit der beinahe zweihundertjährigen Bremer Musiktradition so gründlich beschäftigt, daß er Fakten und Phänomene schier aus dem Ärmel schüttelt und programmatisch einzusetzen weiß: „Über 180 Jahre Philharmonische Gesellschaft Bremen und Bremer Philharmoniker, das ist eine Geschichte vieler Erst- und Uraufführungen, in der die Namen Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Richard Strauss immer wieder auftauchen, und deshalb wird hier immer wieder ein Schwerpunkt liegen, um den Kontraste und Spannungen aufgebaut werden sollen”.

Weshalb die Bremer Philharmoniker denn auch in der kommenden Saison gleich zwei Uraufführungen geben: Beim Musikfest wird das Russische Requiem von Lera Auerbach aus der Taufe gehoben, und als zweites Resultat des Bremer Zyklus, der eben erst die sensationelle Premiere des neuen Orchesterstücks Das Rauschende der Farbe von Sir Peter Maxwell Davies gezeitigt hat, spielt Radovan Vlatkovic das Hornkonzert von Krzysztof Penderecki, der seine Uraufführung selbstverständlich in eigener Person leiten wird.

Noch ein Wort zu den elf Sonderkonzerten: Auch in der neuen Saison wird es wieder das Benefiz-Adventskonzert sowie eine weitere Gala gegen den Krebs geben (inzwischen bereits die fünfte); des weiteren begleiten die Philharmoniker den Bremer Klavierwettbewerb 2007, sind beim Abschlußkonzert des Chorfestes Bremen mit dabei und werden im Bremer Dom den orchestralen Part des Elias von Felix Mendelssohn ausführen.

Überdies gibt es zwei besondere Projekte der Bremer Philharmoniker mit dem Bremer Theater: Die konzertante Aufführung des Fidelio von Ludwig van Beethoven mit Maximilian Schell als Sprecher und eine Open Air-Vorstellung des Fliegenden Holländer von Richard Wagner. Im Opernhaus dirigiert Markus Poschner ferner Giuseppe Verdis Nabucco (Premiere am 13. Oktober 2007) und Gioacchino Rossinis Cenerentola (Premiere am 12. April 2008).

Das aktuelle Programmbuch können Sie direkt bei dem Besucherservice der Bremer Philharmoniker bestellen. Entweder telefonisch unter
0421 62 67 321 oder im Internet:


www.bremerphilharmoniker.de
und www.markusposchner.de


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