Aus
den hymnischen Lobesworten und Superlativen, die die internationale
Musikkritik bislang für Igor Kamenz formuliert hat, ließe
sich leicht ein verbaler Ehrenkranz flechten, der von »ein
Titan des Klaviers« (International Piano) bis zu »extraterrestrische
Musikalität ... unglaubliche Schönheit« (FAZ)
reichte und doch nichts über die tatsächlichen Ereignisse
verriete, oder eine auch nur annähernde Vorstellung von der
Kunst des inzwischen 39jährigen Pianisten und Dirigenten
aus Sibirien vermitteln könnte. Glühendste Formulierungen
bleiben da im theoretischen Graubereich stecken ...
Der
aus Chabarowsk stammende, zunächst an der Jugendmusikschule
und dem Konservatorium von Nowosibirsk ausgebildete Kamenz dirigierte
bereits mit zehn Jahren vor Breschnew das Bolschoi-Orchester im
Kreml und machte bald darauf mit einer Reihe von Konzerten auf
sich aufmerksam, in denen er Werke der großen symphonischen
Literatur zur Aufführung brachte, indessen er sich auch als
pianistisches Wunderkind etablierte – was sich in der statistisch
beeindruckenden Zahl von 18 internationalen Wettbewerbssiegen
widerspiegelt.

Ludwig
van Beethoven
Klaviersonaten Nr. 7 in D-dur op. 10 Nr. 3,
Nr. 14 cis-moll op. 27 Nr. 2 Mondschein,
Nr. 9 E-dur op. 14 Nr. 1
und Nr. 23 in f-moll op. 57 Appassionata
Igor Kamenz, Klavier
OEHMS CLASSICS OC 587
(Vertrieb: Harmonia Mundi, Eppelheim)
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Die
wirkliche Eindruck läßt sich, so verführerisch
es auch wäre, weder in Zahlen noch Statistiken umreißen,
wie Igor Kamenz soeben wieder mit seinem ersten, bei Oehms Classics
erschienenen Beethoven-Album besonders eindringlich demonstriert.
Der flüchtige Blick aufs Programm sagt eigentlich nichts:
Zwei eher selten aufgeführte Sonaten (D-dur op. 10 Nr.
3 und E-dur op. 14 Nr. 1) stehen neben Mondschein und
Appassionata, bilden also, so könnte man denken,
eines jener Recitals, in denen die Evergreens als Lokomotive
unterbelichteten Repertoires benutzt werden. Diese Vorstellung
ist ebenso irrig wie der erste Höreindruck: Wenn Igor Kamenz
Beethoven spielt, wirkt das für das unvorbereitete Ohr
zunächst wie die spontane Entfesselung aller nur denkbaren
Subjektivismen; bald aber wird man bemerken, daß selbst
die kleinste Atempause so genau kalkuliert ist wie der kräftigste
Akkordspritzer, jede dynamische Kreuzblende zwischen den Stimmen,
jede Anschlagsnuance mit geradezu klassischer Souveränität
gesetzt werden – und auf einmal ist selbst die Durchführung
aus dem Kopfsatz der E-dur-Sonate ein Erlebnis, das keine »Hilfskräfte«
braucht, sondern die ganze Größe ihres Schöpfers
zwar mit zugänglicheren, keineswegs aber minderen Mitteln
reflektiert. Daß derselbe am Ende der Appassionata
offenbar vorhat, als nächstes die fünfte Sonate von
Alexander Skrjabin zu schreiben, will da schon gar nicht mehr
überraschen. Doch hören Sie selbst!
KONZERTTERMINE |
| 20.04.07 |
Freiburg
Universität,
Aula |
Werke
von Beethoven, Ravel, Schumann |
| 05.05.07 |
Berlin,
Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt |
Werke
von Beethoven, Ravel, Schumann |
| 23.07.07 |
Freiburg,
Historisches Kaufhaus |
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| 06.10.07 |
Berlin,
Konzerthaus,
Kleiner Saal |
Galakonzert
von Laur | mit Igor Kamenz |
| 10.12.07 |
Berlin,
Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt |
Werke
von Beethoven, Debussy, Ravel, Balakirew |
| 12./13.01.08
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Nordhausen/
Sondershausen |
Chopin:
Klavierkonzert Nr. 11 e-Moll op. 11
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