Einen
Mangel an Mut wird man der Geigerin Renate Eggebrecht gewiß
nicht nachsagen können. Im Laufe der letzten Jahre hat sie
nicht nur das gesamte Solowerk von Max Reger eingespielt, sondern
auch ein erstes Solo-Recital präsentiert, das mit viersaitigen
Raritäten von Reger und seiner Schülerin Johanna Senfter
sowie Kompositionen von Nikos Skalkottas und Arthur Honegger einen
ganz direkten Bezug zu der gewaltigen Solopartita Nr. 2 d-moll
BWV 1040 von Johann Sebastian Bach (»der mit der Chaconne«)
herstellte – und immer wieder überzeugte die Künstlerin
bei der Bewältigung der zum Teil horrenden Anforderungen
durch ihre eigenwilligen Betrachtungsweisen und ihre technische
Brillanz.
Jetzt
ist das zweite Solo-Recital Violin solo 2 erschienen,
das an die bisherigen Unternehmungen anknüpft und im Internet-Portal
www.klassik-heute.com
bereits Bestnoten hat »einstreichen« können.
Schon das Programm ist ein Erlebnis, denn mit den Sonaten von
Béla Bartók, Erwin Schulhoff, Grazyna Bacewicz und
Darius Milhaud sind vier »Klassiker« des 20. Jahrhunderts
zu hören, die eine ganz enorme Palette des modernen Geigenspiels
bieten – und die Sonata in Greek Mood, die Dimitri
Nicolau vor vier Jahren der Interpretin gewidmet hat, ist schließlich
der unumstößliche Beweis dafür, daß sie
über musikalischen Sensibilitäten verfügt, an die
man sich in unserer Zeit erst wieder wird gewöhnen müssen.
»Die
Breite dieser Palette zeigt sich sehr deutlich, wenn man nur die
beiden Sonaten von Erwin Schulhoff und Béla Bartók
vergleicht. ... Eben diese Differenzierung nun arbeitet Eggebrecht
sehr überzeugend heraus, mit tonschönem Spiel, im rechten
Augenblick aber auch mit Sinn für das rauhe Moment. ... Im
Vergleich dazu demonstriert schon die stilisierte Ciaccona, mit
der Bartók seine Solosonate eröffnet, wie ungleich
stärker zielgerichtet komponiert werden kann, wenn eine wie
auch immer vielschichtig gebrochene Tonalität zugelassen
wird. Interessant zu hören ist nun, wie Eggebrecht hier einen
viel feineren, weniger spröden, weitaus klangvolleren Ton
etabliert – dies ist ein interpretatorischer Stilwechsel,
der zeigt, wie bewußt die Violinistin die Stücke tonlich,
artikulatorisch und gestisch je individuell disponiert. ...«
www.klassik-heute.com,
6. Juli 2006
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Wir
freuen uns, Ihnen mit dieser Neuheit auch das erste Solo-Album
der Künstlerin nochmals zur Rezension anbieten zu können.

NEU
Violin Solo Vol. 2
Erwin Schulhoff: Sonate für Violine solo
(1927)
Béla Bartók: Sonate Sz 144 für Violine solo
(1944)
Grazyna Bacewicz: Sonata für Violine solo (1958)
Darius Milhaud: Sonatine pastorale op. 383 für Violine
solo (1960)
Dimitri Nicolau: Solo Violin Sonata in greek mood (2002)
Renate Eggebrecht, Violine
Troubadisc TRO-SACD 01429
(Vertrieb: KLASSIK-CENTER-KASSEL)

Backkatalog
Violin Solo Vol. 1
Max Reger: Chaconne in g-moll op. 117 Nr. 4 für
Violine solo (1910)
Johanna Senfter: Sonata op. 61 für Violine solo (1925/30)
Nikos Skalkottas: Sonate für Violine solo (1925)
Arthur Honegger: Sonate für Violine solo (1940)
Renate Eggebrecht, Violine
Troubadisc TRO-CD 01424
(Vertrieb: KLASSIK-CENTER-KASSEL)
Weitere Informationen:
www.troubadisc.de
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