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Giuseppe Tartini gelegentlich mit dem Leibhaftigen Umgang gepflogen,
ist hinlänglich bekannt: Seine Teufelstriller-Sonate
ist entstehungsgeschichtlich zumindest nach den Aussagen ihres
Verfassers eines der berühmtesten Stücke, das sich der
direkten Anleitung des Höllenfürsten verdankt, obwohl
der aus Istrien stammende Komponist und Geiger zunächst eine
geistliche Ausbildung erfuhr. Das hat freilich noch keinen wahren
Künstler gehindert, sich mit dem »Gottseibeiuns«
einzulassen, und auch im Falle Tartinis scheint sich der diabolische
Einfluß nicht auf den einmaligen Triller beschränkt
zu haben, wie einige Solopartien der fünf Violinkonzerte
vermuten lassen, die das Kölner Kammerorchester unter der
Leitung des studierten Theologen und Geigers Helmut Müller-Brühl
in der vorliegenden Aufnahme begleiten.
Solistin
der Produktion ist die an der Kölner Musikhochschule lehrende
Ariadne Daskalakis, die im Laufe ihrer bisherigen internationalen
Karriere ganz besonders als Kammermusikerin auf sich aufmerksam
gemacht und durch eine Reihe höchst bemerkenswerter Einspielungen
einen großen Eindruck hinterlassen hat. Erwähnt sei
an dieser Stelle noch die Tudor-Gesamtaufnahme der fünf Violinsonaten
von Joseph Joachim Raff, deren zweiter und letzter Teil in den
nächsten Wochen erscheinen wird, sowie das faszinierende
Barockalbum Violino Arioso mit englischen »Grounds«,
einer programmatischen Sonate von Heinrich Ignaz Franz Biber und
der d-moll Partita von Johann Sebastian Bach.
Für
die aktuelle CD-Neuheit ist das Kölner Kammerorchester ein
meisterlicher Partner. Nicht umsonst hat das Ensemble in der Zeit
von 1976 bis 1986 in einer Barockformation als Capella Clementina
auf historischen Instrumenten gespielt. Die Musiker unter Helmut
Müller-Brühl setzten schon damals Maßstäbe
in ihrem Bemühen um möglichst authentische Klangerlebnisse.
So ist ihnen die Wiederentdeckung des Oratoriums San Giovanni
Battista von Alessandro Stradella zu verdanken, und so sind
auch hier zwei Ersteinspielungen aus dem Schaffen Tartinis zu
verzeichnen. Das Orchester setzt bei den fünf Violinkonzerten
von Giuseppe Tartini dezente, nuancenreiche Kommentare, derweil
der eigentliche Handlungsfaden dieser Monodramen der Solostimme
überlassen ist, deren Klangrede in allen Affekten schillert,
von denen die Meister des Barock Kenntnis hatten.
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Giuseppe
Tartini (1692-1770)
Concerto E D.50 - Ersteinspielung
Concerto A D.96, Concerto G D.80
Concerto h D.125
Concerto D D.28 - Ersteinspielung
Ariadne Daskalakis, Violine
Kölner Kammerorchester
Leitung: Helmut Müller-Brühl
NAXOS 8.551243
Backkatalog
Ariadne Daskalakis

Violino Arioso – Werke von Matteis,
Biber, Baltzar, Corelli und Bach
Helene Lerch, Cembalo und Gabriella Stümpel, Cello
Ariadne Daskalakis, Violine
Tudor 7081 (VÖ bereits 2000)

Joseph Joachim Raff - Violinsonaten Nr. 1, 3 & 4
Roglit Ishay, Klavier und Ariadne Daskalakis, Violine
Tudor 7122 (Folge 1, VÖ bereits 2004)
Weitere
Informationen:
www.koelnerkammerorchester.de
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