Lange
ist es her, daß die Jäger und Sammler pianistischer
Seltenheiten auf einer LP des Labels Colosseum die
Aufnahme des Panathenäenzuges op. 74 von Richard
Strauss mit dem Widmungsträger Kurt Leimer und den Nürnberger
Symphonikern unter Günter Neidlinger erwerben konnten;
und noch länger muß es her sein, seit das dritte
Klavierkonzert des Solisten selbst (wiederum für die linke
Hand allein) vom Schallplattenmarkt verschwand – obwohl
der Komponist die Möglichkeit gehabt hatte, das bestürzend
virtuose Werk 1954 mit Herbert von Karajan, dem Dirigenten der
Wiener Uraufführung, und dem Philharmonia Orchestra London
einzuspielen.
Daß
die beiden in jeder Hinsicht historischen Aufnahmen jetzt zusammen
auf einer CD zu haben sind, ist der Initiative der Zürcher
Kurt Leimer Stiftung zu verdanken, die in Zusammenarbeit
mit Colosseum Classics die erste Veröffentlichung
einer Serie herausgebracht hat, mit der das interpretatorische
und schöpferische Wirken des 1974 im Alter von nur 54 Jahren
verstorbenen Kurt Leimer den Musikfreunden wieder – oder
den Jüngeren unter uns: erstmals – bewußt gemacht
werden soll.
Dabei
geht es nicht ausschließlich um eine künstlerische
Retrospektive, sondern auch in erheblichem Maße um die
Zukunft des Klavierspiels: Im Oktober 2005 veranstaltete die
Kurt Leimer Stiftung ihren ersten Klavierwettbewerb,
der nach der überaus erfolgreichen und erfreulichen Premiere
alle zwei Jahre in enger Kooperation mit der Hochschule Musik
und Theater Zürich stattfinden wird.