»So
viel Bremer Philharmoniker hat es noch nie gegeben!« Mit
diesen Worten stellten Intendant Christian Kötter und Generalmusikdirektor
Lawrence Renes das üppige Programmbuch vor, das die kommende
Spielzeit 2005/06 begleiten wird. Und das ist wohl wahr: Denn
abgesehen von den traditionellen zwölf Doppelkonzerten wird
es insgesamt sechs Sonderkonzerte sowie eine Reihe neuartiger
Veranstaltungen geben wird.
Darüber hinaus kann das Orchester nicht nur auf eine 180jährige
Tradition zurückblicken, sondern auch dank’
einer flexiblen, zukunftsorientierten Struktur positiv nach vorne
schauen. Das war nur möglich, weil sich Intendanz, Aufsichtsrat
und Betriebsrat des Orchesters auf einen Stabilitätspakt
geeinigt haben, der eigentlich unter Christian Morgensterns oberstes
Gesetz hätte fallen müssen. Doch an der Weser konnte
dank aller Beteiligten sein, was nicht sein darf, und so kommt
es, daß sich die Musiker seit der »Privatisierung
zunehmend als Gesellschafter und nicht mehr nur als Arbeiternehmer
empfinden,« wie Christian Kötter feststellt. Gregor
Daul, Erster Oboist und Betriebsrat, ergänzt, es sei unter
seinen Kollegen ein neues Selbstbewußtsein und »die
Entwicklung unternehmerischen Geistes« zu verzeichnen, und
so ist es kein Wunder, daß die Präsentation der nächsten
Saison in bester Stimmung stattfand: Denn die eben zu Ende gegangene
Spielzeit war nicht nur ein administrativer, sondern auch ein
großer künstlerischer Erfolg, wie allein schon der
20prozentige Zuwachs der Abonnements erkennen läßt.
Zuwächse verzeichnet auch das Programm für 2005/06.
Aufgrund des großen Anklangs wird die Zahl der Familienkonzerte
erhöht. Die gelungene Jugendarbeit wird
überdies dadurch bestätigt, daß am 10. Juni 2005
eine Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule
unterzeichnet wird, wodurch die regelmäßig mit großer
Begeisterung stattfindenden Schulprojekte eine Basis für
die Zukunft erhalten.

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Daneben
waren die Kammermusiken am Sonntagmorgen
wieder so erfolgreich, daß das Foyer des Theaters am Goetheplatz
zu eng wurde. Fortan werden die Matineen im Probensaal der Bremer
Philharmoniker in der Plantage 13 stattfinden. Und weil den Musikern
ihre selbstinitiierte und in Eigenregie durchgeführte Reihe
anscheinend immer größeres Vergnügen bereitet,
wird die Zahl der Veranstaltungen auf neun erhöht.
Die Reihe der positiven Entwicklungen läßt sich beliebig
fortsetzen. Ausgehend vom Konzept des »Philton-Snack«,
bei dem sich die Besucher der Sonntagsmatineen ungezwungen mit
den Musikern unterhalten können, wird jetzt für Abonnenten
die Reihe der Gourmetkonzerte ins Leben
gerufen, die letztlich die Idee der Tafelmusiken aufgreifen. Erstmals
wird auch eine Jazz-Nacht am Schlachthof
veranstaltet, bei der sich zunächst der Trompeter Claudio
Roditi im Zusammenspiel mit Kollegen und Mitgliedern des Orchesters
vorstellen wird. Und nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, daß
der Musikrat die Bremer Philharmoniker auf besondere Weise ausgezeichnet
hat, als er ihnen für Februar 2006 sein Dirigentenforum übertrug.
Angesichts so vieler guter Neuigkeiten ist zum Schluß einschränkend
zu sagen, daß es auch in der kommenden Saison nicht mehr
als das übliche Dutzend an Doppelkonzerten geben wird. Doch
auch diese zweimal zwölf Veranstaltungen haben es wieder
in sich: Werke von John Adams und Hugo Alfvén; Ludwig van
Beethovens Missa solemnis; das Violinkonzert von Johannes
Brahms mit Frank Peter Zimmermann, der 2005 sein 30jähriges
Bühnenjubiläum feiert; dann die Fortsetzung der Bruckner-
und Mahler-Zyklen sowie unter dem Motto Mozart pur ein
umfangreicher Beitrag zum 250. Geburtstag des Amadeus —
all das und mehr steht auf dem Programm und in dem neuen Saisonbuch,
das ab sofort bei den Bremer Philharmonikern zu bestellen ist
— entweder telefonisch unter 0421- 62 67 321 oder im Internet:
www.bremerphilharmoniker.de.
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