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Linos Ensemble   Juni/Juli 2005

 

Die Geburt einer neuen Gattung
Das Linos Ensemble spielt Kammermusik von
Ferdinand Ries


Auch wer die mittlerweile beinahe dreißigjährige Laufbahn des Linos Ensembles mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt, ist immer wieder verblüfft über die enorme musikalische Spannweite, die das Ensemble trotz (oder gerade wegen) seiner demokratischen Struktur beherrscht. Eben noch eine konzertante Darbietung des Pierrot lunaire von Arnold Schönberg, der die Virtuosität der Musiker bis zum äußersten fordert, dann in denkbar reduzierter Besetzung Mozarts Kegelstatt-Trio — oder der Schwenk hinüber ins Studio, wo mit dem Halbromantiker Ferdinand Ries erneut ein Komponist zu Worte kommt, der nicht zuletzt deshalb bis heute als Leuchte unter dem historischen Scheffel steht, weil er das Glück und Pech hatte, Schüler eines Titanen gewesen zu sein, an dem er sich fatalerweise wohl ewig wird messen lassen müssen.
Anders aber als in seinen (inzwischen bei cpo erschienenen) Symphonien, die in erheblichem Maße Ludwig van Beethovens übermächtigem Einfluß verraten, bewegt sich die Kammermusik in recht originellen Bahnen. Das hören wir beispielsweise in den Klaviertrios oder auch in den beiden hier vom Linos Ensemble eingespielten größeren Kammermusiken aus den Jahren 1808 bzw. 1816: Sowohl das Grand Septuor op. 25 für Klavier, Klarinette, zwei Hörner (!), Violine, Violoncello und Kontrabaß als auch das Oktett op. 128 für Klavier, Klarinette, Horn, Fagotte, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabaß knüpfen zwar gedanklich an die »Mutter aller Septette« an, doch anders als Beethoven in seinem Opus 20 komponierte Ries hier zwei regelrechte Kammerkonzerte.
Deshalb ist es auch durchaus angenommen, Konstanze Eickhorst, die langjährige Pianistin des Ensembles, in dieser Aufnahme — wie schon zuvor bei den Septetten von Alexander Fesca (cpo 999 617-2) — als Solistin zu apostrophieren: Ferdinand Ries war selbst ein vorzüglicher Pianist und betrachtete seine handlich besetzten »Konzerte« für sieben oder acht Spieler sicherlich als die ideale Reiseliteratur, um seinem Publikum auch in Ermangelung ausgewachsener Orchester demonstrieren zu können, was in seinen Beethoven-geschulten Händen steckte. Uns bietet die neue Produktion eine weitere große Entdeckung und somit eine unverwechselbare Spezialität des einzigartigen Linos Ensembles.

Ferdinand Ries
Grand Septuor op. 25 . Grand Otetto op. 128
cpo 999 937-2
Linos Ensemble
(Der Endverbraucher kann die Produktion über den jpc-Mailorder-Service bestellen,
Tel: 0180-525 1717 — 0,12 Euro / Minute oder im Internet www.jpc.de)

 

 



Fotograph: Frank-Martin Müller

KONZERTÜBERSICHT 2005
LINOS ENSEMBLE
05.07.2005 Hamm
Werke von Debussy und Françaix
17.09.2005 Maulbronn
Werke von Debussy und Françaix
21.09.-2.10. Korea-Tournee

 

KONZERTÜBERSICHT 2005
Konstanze Eickhorst
22.06.2005 Wolfenbüttel, mit Karl Michael Vogler
Werke von Robert und Clara Schumann
18.09.2005 Koblenz
Mendelssohn, Konzert g-moll
13.10.2005 Borstel
Werke von Mendelssohn, Brahms, Schumann
14.10.2005 Stuhr
Werke von Mendelssohn, Brahms, Schumann
19.10.2005 Mannheim
Werke von Mendelssohn, Brahms, Schumann
30.10.2005 Remscheid, mit Karl Michael Vogler
Werke von Robert und Clara Schumann
25.11.2005

Düsseldorf
Werke von Mendelssohn, Brahms, Schumann

20.10.2005 Erlangen, Recital
05.11.2005 Bonn, mit Karl Michael Vogler
Werke von Robert und Clara Schumann

 







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