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TACET   Februar/März 2005

 

TACET: The Tube Only Night Music
– oder:
Mozart durch die Röhre betrachtet
100 + 1 Jahre Welte-Mignon bei TACET
Felix Mottl mit Wagner

Hätte Wolfgang Amadeus Mozart nicht selbst mit seiner Korrespondenz die Vorlage geliefert, so verböten sich despektierliche Wortspiele aus Gründen der Pietät von selbst: Doch der Meister der verbalen und – sehr zum Erschrecken seriöser Gouvernanten – auch fäkalen Kapriolen hätte gewiß nichts dagegen gehabt, The Tube Only Night Music als Röhrende Nachtmusik zu übersetzen, solange die musikalische Ausführung derselben nicht darunter hätte leiden müssen.

Und das ist bei der vorliegenden Spezialbehandlung gewiß nicht passiert: Andreas Spreer, der trotz seiner virtuosen Beherrschung des modernsten Studio-Equipments noch immer ein »historischer Aufnahmepraktiker« geblieben ist, und die Polnische Kammerphilharmonie unter Wojciech Rajski haben Mozarts Divertimenti KV 136 bis 138 und KV 525 aufs Programm einer völlig transistorfreien Produktion gesetzt und TACET damit zu einer weiteren CD des audiophilfältigen Katalogs verholfen, in dem die gute alte Zeit des wohlig-warmen Röhrenmikrophons und die moderne Wiedergabe eine wunderbare Synthese eingehen. Und wer da nun annimmt, das alles sei doch nur was für technische Ohren, der täuscht sich: Auch Normalhörern wird dieser »Mozart aus der Tube« viel Vergnügen bereiten. Nur röhren tut er nicht ...



The Tube Only Night Music
Wolfgang Amadeus Mozart

Serenade in G KV 525 Eine kleine Nachtmusik
Divertimenti D-dur KV 136 (125a),
B-dur KV 137 (125b)und F-dur KV 138 (125c)
Polish Chamber Philharmonic Orchestra
Leitung: Wojciech Rajski
TACET CD 136
(Vertriebe: Joh. Gebhardt, D-72144 Dußlingen,
Österreich: Music Partner, A-2340 Mödling,
Schweiz: Smart Music Sàrl, CH-1337 Vallorbe)

Weitere Informationen:
www.tacet.de


 

In einer Zeit, als die Speicherung und Wiedergabe von Musik noch in den Anfängen stand, gelang 1904 der damals berühmten Fabrik »M.Welte & Söhne, Freiburg i. Br.« eine sensationelle Erfindung. Man hatte ein Verfahren entwickelt, das »alle Feinheiten des persönlichen Spiels von Pianisten« aufnehmen und wiedergeben konnte. Der Apparat für die Wiedergabe wurde patentiert und Welte-Mignon genannt. Mit gelochten Papierbändern in der Art von Lochstreifen ließ sich das Spiel berühmter Pianisten vollautomatisch und authentisch reproduzieren. Die Presse feierte das Mignon nach den ersten Vorführungen als neues Weltwunder.

Vorsetzer von Innen

Der wie von Geisterhand gesteuerte Automat wurde in die Klaviere und Flügel so berühmter Marken wie Steinway, Bechstein, Blüthner u. a. eingebaut. In der sogenannten Vorsetzer-Version ließ er sich an ein beliebiges Instrument stellen, auf dem er mit befilzten Holzfingern zu spielen vermochte. Bald war es in den Musikzimmern der Aristokratie und des Adels oder bei Industriellen und Gutsbesitzern zu finden – und es spielte in den Salons der Schnelldampfer, die zwischen Hamburg und New York kreuzten.

Bei der Tacet-Neuheit TAC 135 handelt es sich also nicht um historische Aufnahmen – im Gegenteil: Die Musik, die man hört, ist die originale (in allen Nuancen haargenaue) Interpretation von Felix Mottl aus dem Jahr 1907, doch man hört den großen Dirigenten jetzt auf einem modernen Steinway-Flügel, aufgenommen mit der vielgelobten kristallklaren TACET-Technik.



The Welte-Mignon Mystery Vol. 2
Felix Mottl spielt Klaviertranskriptionen aus Wagner-Opern
(today playing his 1907 interpretations)
TACET CD 135


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