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Wolfgang Amadeus Mozart nicht selbst mit seiner Korrespondenz
die Vorlage geliefert, so verböten sich despektierliche Wortspiele
aus Gründen der Pietät von selbst: Doch der Meister
der verbalen und – sehr zum Erschrecken seriöser Gouvernanten
– auch fäkalen Kapriolen hätte gewiß nichts
dagegen gehabt, The Tube Only Night Music als Röhrende
Nachtmusik zu übersetzen, solange die musikalische Ausführung
derselben nicht darunter hätte leiden müssen.
Und das ist bei der vorliegenden Spezialbehandlung gewiß
nicht passiert: Andreas Spreer, der trotz seiner virtuosen Beherrschung
des modernsten Studio-Equipments noch immer ein »historischer
Aufnahmepraktiker« geblieben ist, und die Polnische Kammerphilharmonie
unter Wojciech Rajski haben Mozarts Divertimenti KV 136 bis 138
und KV 525 aufs Programm einer völlig transistorfreien Produktion
gesetzt und TACET damit zu einer weiteren CD des audiophilfältigen
Katalogs verholfen, in dem die gute alte Zeit des wohlig-warmen
Röhrenmikrophons und die moderne Wiedergabe eine wunderbare
Synthese eingehen. Und wer da nun annimmt, das alles sei doch
nur was für technische Ohren, der täuscht sich: Auch
Normalhörern wird dieser »Mozart aus der Tube«
viel Vergnügen bereiten. Nur röhren tut er nicht ...

The
Tube Only Night Music
Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade in G KV 525 Eine kleine Nachtmusik
Divertimenti D-dur KV 136 (125a),
B-dur KV 137 (125b)und F-dur KV 138 (125c)
Polish Chamber Philharmonic Orchestra
Leitung: Wojciech Rajski
TACET CD 136
(Vertriebe: Joh. Gebhardt, D-72144 Dußlingen,
Österreich: Music Partner, A-2340 Mödling,
Schweiz: Smart Music Sàrl, CH-1337 Vallorbe)
Weitere
Informationen:
www.tacet.de
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In
einer Zeit, als die Speicherung und Wiedergabe von Musik noch
in den Anfängen stand, gelang 1904 der damals berühmten
Fabrik »M.Welte & Söhne, Freiburg i. Br.«
eine sensationelle Erfindung. Man hatte ein Verfahren entwickelt,
das »alle Feinheiten des persönlichen Spiels von
Pianisten« aufnehmen und wiedergeben konnte. Der Apparat
für die Wiedergabe wurde patentiert und Welte-Mignon genannt.
Mit gelochten Papierbändern in der Art von Lochstreifen
ließ sich das Spiel berühmter Pianisten vollautomatisch
und authentisch reproduzieren. Die Presse feierte das Mignon
nach den ersten Vorführungen als neues Weltwunder.
Der wie von Geisterhand gesteuerte Automat wurde in die Klaviere
und Flügel so berühmter Marken wie Steinway, Bechstein,
Blüthner u. a. eingebaut. In der sogenannten Vorsetzer-Version
ließ er sich an ein beliebiges Instrument stellen, auf
dem er mit befilzten Holzfingern zu spielen vermochte. Bald
war es in den Musikzimmern der Aristokratie und des Adels oder
bei Industriellen und Gutsbesitzern zu finden – und es
spielte in den Salons der Schnelldampfer, die zwischen Hamburg
und New York kreuzten.
Bei der Tacet-Neuheit TAC 135 handelt es sich also nicht um
historische Aufnahmen – im Gegenteil: Die Musik, die man
hört, ist die originale (in allen Nuancen haargenaue) Interpretation
von Felix Mottl aus dem Jahr 1907, doch man hört den großen
Dirigenten jetzt auf einem modernen Steinway-Flügel, aufgenommen
mit der vielgelobten kristallklaren TACET-Technik.

The
Welte-Mignon Mystery Vol. 2
Felix Mottl spielt Klaviertranskriptionen aus Wagner-Opern
(today playing his 1907 interpretations)
TACET CD 135
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