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Alexander Rahbari  

November / Dezember 2005


Symphonische Dichtungen aus Persien
Alexander Rahbari dirigiert die Nürnberger Symphoniker


Vor ungefähr dreißig Jahren verließ ein junger Dirigent namens Ali Rahbari den Iran, um im Westen sein Glück zu machen. Eine der ersten Chancen, die er auch sogleich mit beiden Händen ergriff, war das Angebot des Labels Colosseum, mit den Nürnberger Symphonikern eine umfangreiche Anthologie persischer Kunstmusik einzuspielen. Das Resultat war eine Box mit vier Langspielplatten, die sich binnen kurzer Frist als Verkaufsschlager herausstellte.
Für den Dirigenten, den wir heute längst als Alexander Rahbari mit einer Vielzahl herausragender symphonischer und musikdramatischer Einspielungen kennen, waren die Symphonischen Dichtungen aus Persien – zu denen auch eines seiner eigenen Werke gehört – ein perfekter Neubeginn auf europäischem Parkett. Schon 1979 lud ihn Herbert von Karajan ein, die Berliner Philharmoniker zu dirigieren, und Rahbari nutzte auch diese Gelegenheit.
Die Nürnberger Produktion und das Berlin-Debüt waren der Schlüssel zu einer großen internationalen Karriere, die den Künstler mit führenden Orchestern in aller Welt zusammenbrachte. Unter seiner Leitung musizierten bislang das Orchestre de la Suisse Romande, das Orchestre National de France, die Tschechische Philharmonie, das Gewandhausorchester Leipzig, die Sächsische Staatskapelle Dresden, das NHK Tokyo, die Rotterdamer und die Stockholmer Philharmoniker, das Tonhalle-Orchester Zürich und viele andere.
Die größte persönliche und künstlerische Genugtuung sollte Alexander alias Ali Rahbari aber noch bevorstehen: Als er im Juni 2005 nach beinahe drei Jahrzehnten wieder in den Iran zurückkehrte, fand er natürlich ein Land vor, das sich grundlegend verändert hatte. Doch was dann geschah, war ein neuerlicher Beweis dafür, daß es übergeordnete Kräfte gibt, gegen die alle Politik wehrlos ist: Die Aufführungen von Antonin Dvoráks neunter Symphonie Aus der neuen Welt und Peter Tschaikowskys vierter Symphonie wurden vom Publikum mit dem sprichwörtlich endlosen Beifall und auch von der Presse mit solcher Begeisterung gefeiert, daß der »Heimkehrer« und Botschafter der Musik mit sofortiger Wirkung zum Chefdirigenten des Opernhauses von Teheran und des Teheraner Symphonieorchesters ernannt wurde.

Ohne wissen zu können, daß es im Sommer dieses Jahres zu einer solch triumphalen Wendung kommen würde, hatte man bei Colosseum bereits damit begonnen, die einzigartigen und geschichtsträchtigen Aufnahmen aus den Siebzigern für eine Veröffentlichung auf zwei CDs digital zu überarbeiten. Der sensationelle Erfolg Alexander Rahbaris in seiner Heimat rückt die Produktion natürlich in ein noch helleres Rampenlicht: Die Sheherazade von Aminollah Hossein, das Ballett Bijan und Manijeh von Hossein Dehlavi, die Persische Mystik um G von Alexander Rahbari und all die andern Werke, die auf unterschiedlichste Weise von der Musik des Heimatlandes inspiriert sind – sie zeigen uns ein anderes Persien als das, was täglich über die Mattscheibe flimmert.

Symphonische Dichtungen aus Persien
Alexander Rahbari Persische Mystik um G
Ahmad Pejman Tanz (aus der Oper Samandar), Ballett-Impressionen, Rhapsodie
Aminollah Hossein Sheherazade
Hossein Dehlavi Bijan & Manijeh
Houchang Ostovar Suite Iranienne
Mohammad Taghi Massoudieh Mouvement Symphonique
Nürnberger Symphoniker • Alexander Rahbari
2CD COL 9035-2.2 (Vertrieb Musikwelt)


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