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CD-Newsletter
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Mai / Juni
2004 Inhalt: |
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TACET:
... ein grandioses Werk |
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Ein
Sänger im mittelalterlichen Wald: |
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Die
Deutsche Kammerakademie und ihr Lehár: |
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Die
Sommerlichen Musiktage Soest – |
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TACET...
ein grandioses Werk
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![]() © Archiv: Elisabeth Furtwängler |
![]() Erste Seite des Autographs von Furtwänglers Klavierquintett C-dur © Zentralbibliothek Zürich |
| Zweieinhalb Monate vor seinem Tode äußerte sich Wilhelm Furtwängler am 14. September 1954 gegenüber dem Dirigenten Rolf Agop zu dem schmerzlichen Thema Meine Kompositionen und die Öffentlichkeit. »Wie eine offene Wunde« läge dieses Kapitel da: »Ich bin überzeugt ... daß in der gesamten Musikgeschichte kein einziger wirklicher Komponist (und als solchen muß ich mich einschätzen) eine so schiefe und von vornherein unerquickliche Stellung gegenüber der Öffentlichkeit hat wie ich ...« Recht hatte er mit dieser Klage. Während man dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler selbst aus klanglich unzulänglichsten Relikten Ehrenkränze flicht, wird über den Komponisten Wilhelm Furtwängler noch immer viel spöttisches Unverständnis ausgegossen bis hin zu der absurden Ansicht, seine ausgefeilten Großarchitekturen hätten hinter den zwar faszinierenden, doch »unfertigen« Partituren des Kollegen und Altersgenossen Otto Klemperer zurückzustehen.
50.
Todestag am 30. November 2004 Wilhelm
Furtwängler (1886-1954) Vertriebe
TACET |
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Am 30. November jährt sich Furtwänglers Todestag zum fünfzigsten Male, und aus diesem Anlaß präsentiert TACET schon jetzt die CD-Version des gewaltigsten Kammermusikwerks, das der Komponist geschaffen hat: Gespielt vom Clarens Quintet erscheint das Klavierquintett C-dur in einer Aufnahme, für die der übliche Begriff der »Interpretation« kaum passen will. Die Mitglieder des Ensembles – Gernot Süßmuth und Eva Schönweiß (Violine), Felix Schwartz (Bratsche), Andreas Greger (Violoncello) und Sebastian Krahnhert (Klavier) – widmen sich dem anderthalbstündigen Riesenformat mit einer solchen Überzeugung, Hingabe und Begeisterung, daß sich erstmals ein Fenster auftut, hinter dem der wahre Wilhelm Furtwängler zu sehen ist (wobei die gelungenen symphonischen Ansätze, die Alfred Walter vor gut einem Jahrzehnt lieferte, nicht vergessen sein sollen). Mehr als zwanzig Jahre, von 1912 bis 1935, hat Furtwängler an dem riesenhaften Stück gearbeitet, und in dieser Zeit ging die Welt nicht nur einmal unter. Er aber blieb sich schöpferisch treu und zweifelte nichtsdestotrotz bis zum Ende an seiner Berufung. Dennoch muß er Komponist gewesen sein: Wer die sonderbaren Analysemethoden Heinrich Schenkers begreift und dann noch immer Musik schreibt; wer über die Jahrzehnte hin einen roten Faden beibehalten kann und dann ein so geschlossenes Werk wie das Quintett fertigbringt, der schreibt Noten nicht als Zeitvertreib, sondern der muß komponieren und verdient allein schon deswegen unsern Respekt. Und wem dann auch noch so zauberhaft ätherische Dinge einfallen wie das Ende des Adagio-Satzes – der dürfte trotz aller anderslautenden Meinungen seinen Beruf nicht verfehlt haben.
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