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Ausgabe März 2004

Inhalt:

TACET: Freden macht Freude
camerata freden mit Schuberts Oktett F-dur

Peter und der Karneval und neue Dimensionen
TACET Moving Real Surround Sound - die DVD als Hörspiel

Mal Silberstift, mal Pastellkreide:
Musik von Germaine Tailleferre und Fanny Mendelssohn

Brite rettet Bremer Britten:
Sensationeller Erfolg dank Thomas Bowes

Ob Borodin, ob Tscherepnin:
Immer Alexanders Werk

 

 

 

Freden macht Freude

camerata freden mit Schuberts Oktett F-dur

Die Interpretationsgeschichte lehrt, daß man das große Oktett F-dur D. 803 von Franz Schubert ganz legitim als eines der frühesten Exemplare der Kammersymphonik aufführen kann. Denkbar ist gleichermaßen die Auffassung, es handele sich bei diesem Werk um ein Divertimento, dem eine gewisse naßforsche Ausdrucksweise am besten zu Gesicht stehe. Beides ist in einem bestimmten Maße richtig – und so erleben wir das eigenartige Stück stets im unerhörten Tiefsinn der späten Quartette oder mit dem unterhaltenden Schwirren eines Johann-Nepomuk-Hummel-Flugs. Die Synthese wäre allerdings durchaus erstrebenswert, und daß sie möglich ist, zeigt die camerata freden in ihrer jüngsten Tacet-Produktion.

Ein überschäumender, ganz besonders von einem extrem frechen Horn und einer köstlichen Klarinette gezeichneter Kopfsatz, dann ein Adagio von solch eindringlicher (und doch nicht weinerlicher) Nostalgie, daß man ganz unvermittelt die Luft eines andern Planeten atmet – da ahnen wir bereits, wohin uns die Reise führen wird: in eine Welt nämlich der Extremwerte zwischen Brucknerscher Hartnäckigkeit und schlichtem Spielwitz, filigran gearbeiteter Melodik und überschwenglicher Begeisterung, die Höhepunkt an Höhepunkt reiht, von der köstlich ausgeführten, in sich allein wundersamen Variationsfolge des Andante bis zum entspannten Finale, von dem sich zweifellos auch Josef Joachim Raff ein Scheibchen heruntergeschnitten hat.

Insofern ist dann, wenn wir der Definition Gustav Mahlers folgen, das Oktett tatsächlich eine Symphonie, denn diese sollte stets eine ganze Welt darstellen – und das, wenn nötig, nicht nur im konventionellen Raster der üblichen vier Sätze.


Franz Schubert
Oktett F-dur D 803 op. Posth. 166
camerata freden
TACET-CD 133

(Vertriebe:
Deutschland: Johannes Gebhardt, D-72144 Dußlingen,
Österreich: Music Partner, A-2340 Mödling,
Schweiz: Smart Music Sàrl, CH-1337 Vallorbe)

(c) 2004 camerata freden

Nach der ganz erlesenen CD und DVD mit dem Septett op. 20 und dem Oktett op. 103 von Ludwig van Beethoven bestätigt sich ein weiteres Mal die ganz eigene Qualität des Ensembles, von dem Alfred Beaujean in dem Magazin stereoplay schrieb: „Freden macht Freude. Die camerata freden, das Festivalensemble der Internationalen Fredener Musiktage, spielt mit ungemein lebendigem Drive, aber nicht weniger mit bestechender Perfektion und Eleganz: hochkarätige Wiedergaben dieser unbeschwerten Musik, die ungetrübte Freude machen.

TACET AUSGEZEICHNET

Das Sächsische Vocalensemble hat mit seiner bei TACET erschienenen Produktion des Liederkreises Heut und Ewig von Ernst Pepping einen Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten. Wir gratulieren allen Beteiligten.

Ernst Pepping (1901-1981)
Heut und Ewig
Liederkreis für Chor nach Gedichten von Goethe
Sächsisches Vocalensemble
Leitung: Matthias Jung
TACET CD 123

 


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