
Warum
der britische Geiger und Dirigent Adrian Adlam
mit dem Pianisten Christopher Oakden ausgerechnet ein Album mit
Werken von Carl Nielsen aufgenommen hat, ist leicht auszurechnen:
Schließlich sollte die Produktion auf dem Künstlerlabel
EIGENART erscheinen, und eigenartig genug für diesen Katalog
ist die Musik des Dänen allemal – so eigentümlich,
daß manche Hörer noch heute verwundert die Stirn runzeln,
wenn beispielsweise die Sinfonia semplice im Konzertsaal
aufgeführt wird. Auch die drei hier eingespielten Kompositionen
sind nicht zu den populärsten Kreationen zu rechnen, was,
wie bei so vielen Werken des experimentierfreudigen, immer originellen
Nielsen, eigentlich nicht recht einleuchten will. Gewiß,
die erste Violinsonate A-dur op. 9 des Dreißigjährigen
scheint unter dem unmittelbaren Einfluß von Johannes Brahms
entstanden zu sein, doch die siebzehn Jahre jüngere Sonate
Nr. 2 op. 35 hat sich weit von diesem Vorbild entfernt –
wobei natürlich auch Nielsen letztlich nur seine eigenen
Konsequenzen aus dem Spannungsfeld von Tradition und Neuerungswillen
zieht. Wie traditionsbewußt er tatsächlich war, zeigt
sein Solostück Präludium und Thema mit Variationen
op. 48, das er 1923 für seinen Schwiegersohn, den ungarischen
Geiger Emil Telmány, komponierte – ein äußerst
virtuoses Werk, das nicht nur gedanklich, sondern auch motivisch
auf Johann Sebastian Bach anspielt.
Mit der vorliegenden EIGENART-CD präsentieren sich zwei Künstler,
die seit Jahren auf internationaler Ebene aktiv sind. Namentlich
Adrian Adlam hat sich sowohl als Solist und Kammermusiker wie
auch als Konzertmeister verschiedener großer Orchester einen
Namen gemacht. Seit 1992 ist er Künstlerischer Direktor der
Internationalen Fredener Musiktage (s.S.3). Auch sein mit zahlreichen
internationalen Wettbewerbspreisen ausgezeichneter Klavierpartner
Christopher Oakden bewegt sich als Solist und Kammermusiker auf
internationalem Parkett – und die gemeinsamen Erfahrungen
der beiden Interpreten bescheren den Freunden eigenartiger musikalischer
Wege eine große Entdeckung.

Carl
Nielsen Violinsonaten
Adrian Adlam, Violine | Christopher Oakden, Klavier
Eigenart CD 10330
(Vertrieb: Johannes Gebhardt, D-72144 Dußlingen)
|

Seine Musik »ist locker, fröhlich, modern, aber tonal,
und bewegt sich gleichermaßen im Raum der E- wie auch der
U-Musik ...« erkannte der Kritiker des Fachmagazins Oboe-Fagott
im Jahr 2000, nachdem er das Trio für zwei Klarinetten und
Fagott op. 46 von Rick LaSalle gehört hatte. Im Anschluß
an seine erste Portrait-CD mit Werken für Kammerorchester legt
der »Sunnyboy« (Oboe-Fagott 4/2000) jetzt wieder eine
Bläserproduktion vor – und zwar seine Sonaten für
Oboe, Fagott, Flöte und die Baßklarinette. Weiterhin
steht ein winzig-witziges »Solo für Onkel« auf
dem Programm, das Rick LaSalle für Jürgen Gode, den Ersten
Fagottisten des SR Sinfonieorchesters, geschrieben hat. Schon die
Satzbezeichnungen sprechen für sich: Un poco joviale,
Sempre un poco und Molto e assai.
Wie Jürgen Gode haben sich auch der Oboist Veit Stolzenberger,
der Flötist Carlo Jans und der Klarinettist Marcel Lallemang
der ihnen gewidmeten Sonaten mit dem gehörigen Augenzwinkern
und sicherem Gespür für den bisweilen wunderlichen Stil
angenommen, wobei sie von dem ungarischen Pianisten Ákos
Hernádi und seiner japanischen Schülerin Yuko Imada
tatkräftig unterstützt wurden. Allen Beteiligten scheint
die Arbeit Spaß gemacht zu haben – was unter anderem
an der Großzügigkeit des Komponisten liegen mag, der
sich auch in diesen Stücken nicht auf zwölf Töne
beschränkt hat.
Die Aufnahme entstand in der Orangerie von Blieskastel bei Saarbrücken,
wo seinerzeit bereits das eingangs erwähnte Bläsertrio
seine Uraufführung erlebte.

Rick
LaSalle Bläsersonaten
Sonatine für Oboe und Klavier op. 44
Sonatine für Flöte und Klavier op. 35
Solo für Onkel für Fagott solo op. 31
Sonatine für Baßklarinette und Klavier op. 29
Sonatine für Fagott und Klavier op. 18
Carlo Jans, Flöte | Veit Stolzenberger, Oboe
Jürgen Gode, Fagott | Marcel Lallemang, Baßklarinette
Ákos Hernádi & Yuko Imada, Klavier
PCL 5001.2
(Der
Endverbraucher kann die Produktion über den
jpc-Mailorder-Service bestellen,
Tel: 0180-525 1717 – 0,12 Euro / Minute oder im Internet
Weitere
Informationen im Internet: www.ricklasalle.com
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