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Rick LaSalle:   November / Dezember 2004

 

EigenArt
Adrian Adlam fasziniert mit Violinmusik von Carl Nielsen

Nomen est omen
Bläsermusik aus Blieskastel

Warum der britische Geiger und Dirigent Adrian Adlam mit dem Pianisten Christopher Oakden ausgerechnet ein Album mit Werken von Carl Nielsen aufgenommen hat, ist leicht auszurechnen: Schließlich sollte die Produktion auf dem Künstlerlabel EIGENART erscheinen, und eigenartig genug für diesen Katalog ist die Musik des Dänen allemal – so eigentümlich, daß manche Hörer noch heute verwundert die Stirn runzeln, wenn beispielsweise die Sinfonia semplice im Konzertsaal aufgeführt wird. Auch die drei hier eingespielten Kompositionen sind nicht zu den populärsten Kreationen zu rechnen, was, wie bei so vielen Werken des experimentierfreudigen, immer originellen Nielsen, eigentlich nicht recht einleuchten will. Gewiß, die erste Violinsonate A-dur op. 9 des Dreißigjährigen scheint unter dem unmittelbaren Einfluß von Johannes Brahms entstanden zu sein, doch die siebzehn Jahre jüngere Sonate Nr. 2 op. 35 hat sich weit von diesem Vorbild entfernt – wobei natürlich auch Nielsen letztlich nur seine eigenen Konsequenzen aus dem Spannungsfeld von Tradition und Neuerungswillen zieht. Wie traditionsbewußt er tatsächlich war, zeigt sein Solostück Präludium und Thema mit Variationen op. 48, das er 1923 für seinen Schwiegersohn, den ungarischen Geiger Emil Telmány, komponierte – ein äußerst virtuoses Werk, das nicht nur gedanklich, sondern auch motivisch auf Johann Sebastian Bach anspielt.
Mit der vorliegenden EIGENART-CD präsentieren sich zwei Künstler, die seit Jahren auf internationaler Ebene aktiv sind. Namentlich Adrian Adlam hat sich sowohl als Solist und Kammermusiker wie auch als Konzertmeister verschiedener großer Orchester einen Namen gemacht. Seit 1992 ist er Künstlerischer Direktor der Internationalen Fredener Musiktage (s.S.3). Auch sein mit zahlreichen internationalen Wettbewerbspreisen ausgezeichneter Klavierpartner Christopher Oakden bewegt sich als Solist und Kammermusiker auf internationalem Parkett – und die gemeinsamen Erfahrungen der beiden Interpreten bescheren den Freunden eigenartiger musikalischer Wege eine große Entdeckung.

Carl Nielsen Violinsonaten
Adrian Adlam, Violine | Christopher Oakden, Klavier
Eigenart CD 10330
(Vertrieb: Johannes Gebhardt, D-72144 Dußlingen)


Seine Musik »ist locker, fröhlich, modern, aber tonal, und bewegt sich gleichermaßen im Raum der E- wie auch der U-Musik ...« erkannte der Kritiker des Fachmagazins Oboe-Fagott im Jahr 2000, nachdem er das Trio für zwei Klarinetten und Fagott op. 46 von Rick LaSalle gehört hatte. Im Anschluß an seine erste Portrait-CD mit Werken für Kammerorchester legt der »Sunnyboy« (Oboe-Fagott 4/2000) jetzt wieder eine Bläserproduktion vor – und zwar seine Sonaten für Oboe, Fagott, Flöte und die Baßklarinette. Weiterhin steht ein winzig-witziges »Solo für Onkel« auf dem Programm, das Rick LaSalle für Jürgen Gode, den Ersten Fagottisten des SR Sinfonieorchesters, geschrieben hat. Schon die Satzbezeichnungen sprechen für sich: Un poco joviale, Sempre un poco und Molto e assai.
Wie Jürgen Gode haben sich auch der Oboist Veit Stolzenberger, der Flötist Carlo Jans und der Klarinettist Marcel Lallemang der ihnen gewidmeten Sonaten mit dem gehörigen Augenzwinkern und sicherem Gespür für den bisweilen wunderlichen Stil angenommen, wobei sie von dem ungarischen Pianisten Ákos Hernádi und seiner japanischen Schülerin Yuko Imada tatkräftig unterstützt wurden. Allen Beteiligten scheint die Arbeit Spaß gemacht zu haben – was unter anderem an der Großzügigkeit des Komponisten liegen mag, der sich auch in diesen Stücken nicht auf zwölf Töne beschränkt hat.
Die Aufnahme entstand in der Orangerie von Blieskastel bei Saarbrücken, wo seinerzeit bereits das eingangs erwähnte Bläsertrio seine Uraufführung erlebte.



Rick LaSalle Bläsersonaten
Sonatine für Oboe und Klavier op. 44
Sonatine für Flöte und Klavier op. 35
Solo für Onkel für Fagott solo op. 31
Sonatine für Baßklarinette und Klavier op. 29
Sonatine für Fagott und Klavier op. 18
Carlo Jans, Flöte | Veit Stolzenberger, Oboe
Jürgen Gode, Fagott | Marcel Lallemang, Baßklarinette
Ákos Hernádi & Yuko Imada, Klavier
PCL 5001.2

(Der Endverbraucher kann die Produktion über den
jpc-Mailorder-Service bestellen,
Tel: 0180-525 1717 – 0,12 Euro / Minute oder im Internet

Weitere Informationen im Internet: www.ricklasalle.com

 

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