Schon
der Name des Labels zeugt von Humor. Denn wer dächte bei
Troubadisc nicht an den beklagenswerten Barden eines gewissen
gallischen Dorfes, das den Eindringlingen noch immer Widerstand
leistet, und hörte nicht quasi automatix die Worte: “Nein,
du wirst nicht singen!” Man besinnt sich natürlich
auch darauf, daß der unverstandene Sänger, sobald er
sich instrumental betätigte, durchaus gern gelitten war —
und dann paßt alles recht gut zusammen, denn der kleine
Münchner Katalog, den die Geigerin Renate
Eggebrecht und der Cellist Friedemann
Kupsa vor nunmehr zwölf Jahren gründeten,
enthält vor allem eine Fülle feinster Kammermusiken,
unter denen die Premieren wertvoller Streicherstücke den
prominentesten Platz einnehmen. Musik von Fanny Mendelssohn und
Ethel Smyth, von Max Reger und seiner Schülerin Johanna Senfter,
von Darius Milhaud und Grazyna Bacewicz bilden den Löwenanteil
eines Repertoires, das längst auch internationale Resonanz
ausgelöst hat.
Eine
besondere Spezialität von Troubadisc ist, wen wollte es überraschen,
die Musik für “halbes Streichquartett”, sprich
für Violine und Violoncello. Und diese Spezialität hat
mittlerweile ihre Kreise gezogen: Nachdem der griechische Komponist
Dimitri Nicolau die erste CD von Renate Eggebrecht und Friedemann
Kupsa gehört hatte, entschloß er sich ganz spontan,
den beiden Musikern ein neues Werk auf die acht Saiten zu schreiben.
Diese Strassenmusik n. 16 wurde dann auch das Titelstück
einer aufregenden neuen Produktion. Den Anfang des Programms bildet
das Duo für Violine und Violoncello op. 7 von Zoltán
Kodály, das man zusammen mit der Solosonate für Violoncello
op. 8 zu den wichtigen expressionistischen Reflexionen des ungarischen
Meisters rechnet und dementsprechend gern als zerfasertes Psychogramm
zu interpretieren pflegt. Renate
Eggebrecht und Friedemann

Strassenmusik n.16
Werke für Violine und Cello
von Zoltan Kodály, Elizabeth Maconchy,
Anatol Vieru und Dimitri Nicolau
Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Cello
TRO-CD 01426
(Vertrieb: KLASSIK-CENTER-KASSEL)
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Kupsa gehen anders vor: Sie nehmen die Tempoangaben des Komponisten
nicht auf die leichte Schulter und gelangen auf diese Weise zu
einer kraftvollen, straffen, sehr magyarischen Musik.
Auch die Sonate (1985) des Rumänen Anatol Vieru bezieht ihre
Kraft aus der heimatlichen Volksmusik und zeigt eigene, revolutionäre
Wege. Gegenüber dieser quasi avantgardistischen Komposition
geradezu klassisch wirken die acht Variationen über ein eigenes
Thema, die die englische Komponistin Elizabeth Maconchy (1907-1994)
im Jahre 1951 geschaffen hat und die auf der vorliegenden CD ebenso
wie die Werke von Vieru und Nicolau in Ersteinspielungen
zu hören sind.
Mit
seinem im positiven Sinne textkritischen Ansatz hat das virtuose
Duo inzwischen so manche falsche Vorstellung entstaubt, wie Rémy
Franck pars pro toto bei Anhörung der CD Duo mon amour
mit Werken von Ravel, Milhaud, Honegger und jener Sonate des Griechen
Nikos Skalkottas bemerkte, die letztlich den Ausschlag für
die Strassenmusik gab: “Schon die ersten Töne
der Ravel-Sonate lassen aufhorchen. Wir haben sie in graziöser
Eleganz im Ohr. Renate Eggebrecht und Friedemann Kupsa gehen aber
sofort in den Angriff über: mit einer stupenden Klanglust,
leidenschaftlich im Ausdruck, die Modernität des Werkes mit
ungewohnten Phrasierungen betonend. In der Milhaud-Sonatine kommt
die musikalische Emphase ebenfalls durch eine gestalterisch sehr
souveräne Geste zu ihrem Recht — wenn auch anders abgeschmeckt,
als man es gewohnt ist.” (Pizzicato 12/2000)
Wir
freuen uns, Ihnen fortan in regelmäßiger Folge die
Neuheiten und den Katalog des Labels Troubadisc vorstellen
zu können, bei dem gelegentlich sogar gesungen wird ...
Duo mon amour
Werke für Violine und Cello
von Maurice Ravel, Darius Milhaud,
Arthur Honegger und Nikos Skalkottas
Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Cello
TRO-CD 01423
(Vertrieb: KLASSIK-CENTER-KASSEL)
Weitere Informationen unter:
http://www.troubadisc.de
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