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CD-Newsletter
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| Ausgabe
Juni / Juli
2003 Inhalt: |
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| Eine
Hommage von Tacet György Ligeti - zum 80. Geburtstag |
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Neuheiten vom Auryn Quartett & Gaede Trio |
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Die
Unermüdlichen: |
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Musik
für halbes Streichquartett |
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Eine
Hommage von Tacet
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| Als György Ligeti im Jahre 1961 die Uraufführung seiner Atmosphères miterleben mußte, soll er sich gefragt haben, was denn an diesem neuen Orchesterstück falsch gewesen sei, weil es das Publikum nicht entsetzte, sondern begeisterte. Wenn diese Anekdote den Tatsachen entspricht, dann wird er im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte sicherlich eingesehen haben, daß seine Musik ganz einfach zum besten gehörte und gehört, auf das der Begriff Avantgarde im schönsten Sinne des Wortes anzuwenden und daß er selbst einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts ist. Am 28. Mai wird György Ligeti nun 80 Jahre alt, und es versteht sich, daß dieses Ereignis zu höchsten Ehrungen und Grußadressen Anlaß bietet. Wir reihen uns gern in die Schar der Gratulanten ein, und wir freuen uns, Ihnen pünktlich zu György Ligetis jüngstem Ehrentag eine neue Produktion des Labels Tacet vorstellen zu können, die in ihrer quasi monographischen Vollständigkeit bislang unerreicht ist: Erika Haase präsentiert auf zwei CDs sämtliche Werke für Tasteninstrumente, die Ligeti im Laufe seines langen schöpferischen Lebens komponiert hat: Mit Ausnahme des Konzerts ist alles zu hören, was seit den frühesten, von Bartók beeinflußten Jahren für Klavier und für Cembalo entstanden ist — also auch die frühe Musica Ricercata, der Hungarian Rock (1978), das Selbstportrait mit Reich und Riley (und Chopin ist auch dabei) aus dem Jahre 1976 und die Etüden, an denen schon mancher Klavierspieler verzweifelt ist. Der Meister der changierenden Farben und Figuren, der stroboskopischen Täuschungen und der filigranen Motivschichtungen findet in Erika Haase eine nicht nur technisch unanfechtbare, sondern auch musikalisch zutiefst mit dem Schaffen vertraute Interpretin, der immer dann, wenn’s à quatre mains wird, ihre bekannte Kollegin Carmen Piazzini zur Hand geht. Eine wunderbare, ebenso sinnliche wie subtile Edition zu einem herausragenden Anlaß. Szívböl gratulálunk! Parallel zu der besonderen Geburtstagsgabe bringt Tacet in diesen Tagen zwei neue CDs heraus, die sich ihrerseits in den mittlerweile beinahe schon traditionsreichen Katalog des Labels einreihen, das der Tonmeister und Produzent Andreas Spreer 1989 mit einem klar umrissenen Qualitätskonzept gegründet hat: Ein kleiner, äußerst renommierter und exklusiver Künstlerstamm, eine nie auf Quantität, sondern höchst feinsinnige Klangereignisse angelegte Aufnahmearbeit, dazu eine Mischung aus bedeutenden Premieren und erlesenen Darstellungen vermeintlich bekannter Repertoirestücke auf audiophilem Niveau — das ist der Schlüssel zum anhaltenden Erfolg. In diesem Monat, dem ersten unserer Zusammenarbeit mit Tacet, können wir ihnen zwei exquisite Kammermusikensembles präsentieren. Zunächst das seit vielen Jahren in unveränderter Formation musizierende Auryn Quartett: Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola) und Andreas Arndt (Violoncello) widmen sich auf der zwölften CD ihrer “Auryn Series” dem Streichquartettschaffen von Günter Bialas (1907-1995), der zu den markantesten, eigenständigsten deutschen Komponisten des eben vergangenen Jahrhunderts gehörte und im Laufe seines kreativen Wirkens jene eigenartige Entwicklung durchgemacht hat, die wohl fast jeder schöpferische Geist erleben wird: “Gegen überflüssige Töne bin ich empfindender geworden. Meine Inhalte, die nur musikalischer Natur sein können, möchte ich möglichst direkt vermitteln, nicht verkleidet, nicht verschlüsselt und nicht verdeckt von allzuviel Kunstfertigkeit ...” bemerkte er fünf Jahre vor seinem Tode,
Hommage
à György Ligeti
The
Auryn Series Vol. XII
The
Gaede Trio Series Vol. VI (Vertriebe
— Deutschland:
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und tatsächlich zeigen die hier veröffentlichten Streichquartette Nr. 3, 4 und 5 sowie das mit Helga Storck eingespielte Harfenquintett einen Weg zum Wesentlichen, der sich trotz seiner offenkundigen Vereinfachungen nicht einfach herunterfiedeln läßt: Man muß gerade hier einen Klang entfalten können, “der süchtig macht”, wie es ein Rezensent der Stuttgarter Zeitung einmal formuliert hat. Wer mit Tacet zusammenarbeitet, tut das meist “serienweise”. So auch das Gaede Trio, das in diesen Tagen bereits seine achte Produktion und damit die sechste CD seiner “Gaede Trio Series” herausbringt. Daniel Gaede, Thomas Selditz und Andreas Greger bilden nach der Ansicht anerkannter Experten “das beste deutsche Ensemble seiner Art” und zeichnen sich durch einen großen künstlerischen Mut aus: Denn das klassisch-romantische Repertoire ist demjenigen des Streichquartetts zahlenmäßig deutlich unterlegen, und wer dennoch als Trio Karriere machen will, muß sich für den Konzertsaal und das Studio immer neue Konstellationen einfallen lassen, weil das Publikum spätestens bei der dritten Gesamtaufnahme des Opus 9 von Ludwig van Beethoven argwöhnisch würde. Die Musiker des Gaede Trios sind nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch in ihrer Programmgestaltung weit von der Wiederholungsgefahr entfernt, wie sie jetzt ein weiteres Mal demonstrieren. Der klassische Aufhänger ist das zweite der drei Trios op. 9 von Ludwig van Beethoven, dem die verspielte Parvula corona musicalis op. 122 von Ernst Krenek zur Seite steht. Es folgt eine jener Trio-Bearbeitungen, mit denen Wolfgang Amadeus Mozart sein “Weibchen” Constanze über die Strukturen des Wohltemperierten Claviers von Johann Sebastian Bach aufklärte. Und das witzig-spritzige, mit raffiniertesten Farbeffekten gewürzte Trio von Jean Françaix schlägt den Bogen zum Divertissement des Anfangs zurück.
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