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Colosseum   Frühjahr 2003


Das gibt es extra
Elly Ney —
Special Edition mit zwei Bonus-CDs
zum 35. Todestag


Seit der sukzessiven Wiederveröffentlichung der historischen Aufnahmen, die Elly Ney in ihren letzten Lebensjahren für das Nürnberger Label Colosseum gemacht hat, zeichnete sich ab, daß es auch heute noch einen ganz bedeutenden Freundeskreis der großen Pianistin gibt — und das nicht nur im deutschsprachigen Raum.

Immer wieder wurde nach Aufnahmen gefragt, die aus verschiedenen Gründen auf den bisherigen zehn CDs nicht veröffentlicht werden konnten: weil sie sich selbst der besten modernen Remastering-Technologie widersetzten, weil sie nicht in die thematischen Zusammenhänge paßten — oder weil sie von Elly Ney unvollendet hinterlassen wurden.

Nun besteht Einigkeit, daß es eine Verschwendung gewesen wäre, die vorhandenen Aufnahmen auch weiterhin im Archiv zu bewahren. Deshalb veröffentlicht Colosseum jetzt alle bisherigen CDs mit Musik von Beethoven, Schumann, Schubert, Mozart, Mendelssohn und Chopin in einer um zwei Bonus-CDs erweiterten Special Edition.

Die erste Bonus-CD enthält die späten Brahms-Aufnahmen. Damit ist natürlich zuerst die Interpretation der Sonate Nr. 3 f-moll op. 5 gemeint, dann aber auch das bisher noch nie erschienene Fragment der Sonate Nr. 1 C-dur op. 1, von der Elly Ney nur die Sätze II und III eingespielt hat.

Dieses bislang noch nie editierte Dokument enthält auch die Kommentare der Künstlerin, wie sie bei jeder Studio-Arbeit vorkommen — und alle Verantwortlichen waren einhellig der Meinung, daß diese sympathischen, menschlichen ”Marginalien” nicht der Schere zum Opfer fallen sollten.

Ludwig van Beethovens Heiligenstädter Testament hat Elly Ney 1960 aufgenommen. Dieses Zeugnis eines unbeugsamen Geistes und einer diesem Geist zutiefst nachlauschenden Künstlerin findet sich auf der zweiten Bonus-CD. Dazu gibt es Miniaturen, die für Elly Ney so ungemein wichtige Aussagen darstellten, und quasi als posthume Rekonstruktion enthält diese CD eine Andeutung der poetischen Abende, die sie gemeinsam mit ihrer Tochter Eleonore van Hoogstraten veranstaltete. Die heute 84jährige Schauspielerin, die Colosseum bei der Zusammenstellung der Edition ungemein hilfreich war, hat einige Gedichte von Rainer Maria Rilke gelesen — und wie damals werden diese von Frédéric Chopin eingefaßt.

Am Ende des Programms erklingt das Schlaflied Guten Abend, gute Nacht von Johannes Brahms. Wenn Elly Ney dieses Stück spielte, wußte das Publikum, daß keine weiteren Zugaben mehr kommen würde. Und mit dieser Tradition sollte auf keinen Fall gebrochen werden.

Elly Ney 1882 - 1968
Gesamtausgabe aller späten Aufnahmen
”Heiligenstädter Testament” &
”Wie ich zu Beethoven kam”
Nürnberger Symphoniker •
Dirigent Willem van Hoogstraten
COL 9025-12.2 Vertrieb: Musikwelt, Münster

" ... Dabei verkörpert sie die Klavierkunst vom Kaliber eines Kempff, Backhaus oder Fischer. Gewicht und Pathos, musikalische Weitsicht und Nachdenklichkeit, Prägnanz bis zur Wildheit ...”
Süddeutsche Zeitung, 9. Oktober 2002

” ... so liegt hier ein pianistisches Alterswerk von großer Reife, aber auch von zwingenden musikalischen Einsichten vor.”
Fono Forum, September 2002

” ... Beim Hören fällt zunächst die bewundernswerte, oft gläserne Klarheit auf, ...”
Fermate - Rheinisches Musikmagazin, Januar 2003

” ... mit Respekt, ja Ehrfurcht erfahren, eröffnet sie eine zu Gemüt gehende Dimension.”
Fono Forum, Januar 2003

Ausführliche Informationen unter: www.ellyney.de



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