Die
neue Allianz bewährt sich ...
Ein Label der Bella Musica
Drei Neuheiten im Thorofon-Katalog
Neunzig Jahre alt war Harald Genzmer,
als er bewies, daß man als Komponist nicht die Rente einreichen
muß, wie es Jean Sibelius vor mehr als sieben Jahrzehnten
getan hatte: Das am 15. Oktober 2001 in Ingolstadt uraufgeführte
Doppelkonzert für Trompete, Klavier und Streicher (1999)
ist ein ebenso klangschönes wie zündendes Gebilde,
das keinesfalls hinter früheren Kreationen zurückbleibt.
Nichts verrät die große Zeitspanne, die das sogenannte
Alterswerk von dem 1953 entstandenen Divertimento di danza
oder der zwei Jahre jüngeren Sinfonietta, von der
Sonatina prima für Streicher (1967) und den Miniaturen
(1976) trennt. Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn
hat die Kompositionen unter der Leitung von Jörg Faerber
für Thorofon aufgenommen; Solisten des neuen und faszinierenden
Konzerts sind die Pianistin Margarita Höhenrieder und der
Trompeter Guy Touvron.
Das Trio Cantabile mit Hans-Jörg
Wegner (Flöte), Guido Larisch (Violoncello) und Christiane
Kroeker (Klavier) hat sich im Laufe seiner Studio-Tätigkeit
unter anderem mit Carl Czernys Kammermusik befaßt, ein
Böhmisches Divertimento eingespielt und unter dem
Titel Französische Impressionen eine Kollektion ebenso
exquisiter wie selten gespielter Kompositionen des 20. Jahrhunderts
aufgenommen. Jetzt widmen sich die Künstler erneut der
französischen Literatur: Eine
Bearbeitung des frühen Klaviertrios von Claude Debussy
und die Trois Aquarelles von Philippe Gaubert (1879-1941)
sowie das Trio von Jean Francaix (1912-1997) stehen auf dem
Programm der jüngsten CD.
Während die Musik von Harald Genzmer und die Produktionen
des Trio Cantabile seit langem das Profil des Labels Thorofon
mitbestimmen, werden die Cellistin Sonja
Schröder und der Pianist Peter
Martin unter der Rubrik "Erfreuliche Neuzugänge"
geführt. Beide studierten von 1990 bis 1997 an der Akademie
für Tonkunst in Darmstadt und begegneten sich 1994 in der
Kammermusik. Eines der ersten Werke, die sie sich gemeinsam
erarbeiteten, war die Sonate für Violoncello und Klavier
Nr. 1 von Alfred Schnittke. Dieser
Impuls resultierte in einer intensiven Auseinandersetzung mit
den Werken des 1998 verstorbenen Komponisten und führte
schließlich zu dem CD-Debüt, das jetzt bei Thorofon
erschienen ist.